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Jazz im Palmengarten

Karma Jazz Group: Klarheit der klingenden Ideen

  • VonStefan Michalzik
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Natalya Karmazins zupackendes, energievolles Quintett präsentiert sich bei Jazz im Palmengarten in Frankfurt.

Natalya Karmazin ist sicher nicht angetreten, die Jazzwelt zu revolutionieren, das liegt ihrem musikalischen Temperament offenkundig fern. Die seit langer Zeit in Frankfurt lebende ukrainische Pianistin hat ihr Instrument auf Grundlage der klassisch-romantischen Musik studiert, vergleichsweise spät erst hat sie den Jazz für sich entdeckt. Ein spätromantisch-impressionistisches Moment gibt es in ihrer Musik, überwiegend jedoch bewegt sie sich sozusagen im Kerngebiet des Jazz.

Ihre Karma Jazz Group, quasi ein All-Star-Ensemble mit überwiegend aus der Region stammenden Musikern, hat die zweifach (2009 mit der Band, zehn Jahre später als Solistin) mit dem Jazzstipendium der Stadt Frankfurt bedachte Musikerin vor 15 Jahren gegründet.

Das Quintett holte nun ein ursprünglich für die vergangene Saison angesetztes Konzert in der von der Frankfurter Jazzinitiave bestückten Reihe Jazz im Palmengarten nach. Zur bis heute beständigen Besetzung um Karmazin und die beiden Saxofonisten Daniel Guggenheim (Tenor) und Evgeny Ring (Alt), den Bassisten Christian Rücker sowie Martin Standke am Schlagzeug stieß bei einer Reihe von Nummern Jaza Vladimirov hinzu an Sopransaxofon und Klarinette.

In der Musik von Natalya Karmazin ist alles rund und freundlich. Die Stücke, sämtlich eigene, überwiegend aus dem Repertoire eines in Arbeit befindlichen neuen Albums, sind konventionell aufgebaut, mit reichlich Raum für die einzelnen Instrumentalisten, Uptempo-Nummern wechseln mit Balladen. Eng ist die Anbindung an die klassische Jazzmoderne in Gestalt des Hardbops.

Karmazin spielt bevorzugt mit perkussivem Anschlag. Mitunter präpariert sie die Saiten, mal auch schlägt sie sie mit Klöppeln an, eine klangliche Annäherung an das Hackbrett. In „Marokkini“, ein umgangssprachliches italienisches Wort für arabische Migranten, greift sie orientalische Klänge auf.

Das ist aufgeräumt, strukturell ausbalanciert und ausgewogen. Man könnte bekritteln, dass hier nichts riskiert wird. Doch das musikalische Niveau, auf dem sich das abspielt, ist dann eben doch mehr als bloß gepflegt. Es wird – weit über die blanke technische Brillanz hinaus – zupackend musiziert, die Spannungsmomente, besonders auch in den kammermusikalisch verkleinerten Teilensembles, sind reich gesät.

Diese Musikerin weiß, was sie will, Natalya Karmazin ist eine hervorragende Komponistin, die Klarheit ihrer musikalischen Ideen ist bestechend. Und alle sind hier mit einer einnehmenden Verve bei der Sache.

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