Cäcilienchor

Jesulein, mein Leben

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Frankfurts Cäcilienchor, noch einmal mit Bach.

Mit einem sinnlichen und lehrreichen Zweiteiler beendete der Frankfurter Cäcilienchor das Jahr zu seinem 200. Jubiläum. Erklangen die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach nämlich neulich in der Alten Oper Frankfurt, gab es die hinteren drei nun in der Dreikönigskirche. 

Vom Konzertsaal zurück in den sakralen Raum, in den diese Musik gehört. Üppiger klang natürlich hier der Chor, der den sanften Halleffekt zudem für genießerisch langgezogene Schlussnasale nutzte (o Jesulein, mein Leben ...), wie überhaupt Dirigent Christian Kabitz etwas stärker, aber geschmackssicher Tempo und Lautstärke variierte. So kam es zu einem  schier aufbrausenden „Nimm hin!“, obwohl wir uns weiterhin im Choral „Ich steh an deiner Krippe hier“ befanden. Die veränderte Akustik betonte, das war nicht unbedingt zu erwarten, das Ausgetüftelte der Cäcilienchorstücke fast noch mehr.

Das diesmal begleitende Orchester, die Münchner Bachsolisten, übte sich nicht in Zurückhaltung und bot ausgezeichnete Trompeterinnen auf, die dem Schnauben der stolzen Feinde eine seltene Finesse gaben. Als reizvoll junges Soloquartett waren Anna Nesyba mit großem Engelssopran, Martha Jordan mit nicht weniger lukullischem Mezzo, dazu Julian Habermann als Tenor und Thomas Trolldenier als Bass zu hören. 

Wie in der Alten Oper wurden die Bach-Kantaten von kurzen Werken Felix Mendelssohn Bartholdy flankiert: A cappella zeigte sich im achtstimmigen „Frohlocket, ihr Völker“ wieder die bestechende Intonationssicherheit. Das abschließende „Verleih uns Frieden“ war noch einmal schönste Romantik. 

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