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Jazz im Palmengarten: Freiwilliger Humor

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Von: Stefan Michalzik

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Christof Lauer sprang für den erkrankten Heinz Sauer ein.
Christof Lauer sprang für den erkrankten Heinz Sauer ein. © Michael Schick

Jasper van’t Hof und Christof Lauer bei Jazz im Palmengarten

Die musikalische Biografie von Jasper van’t Hof ist stilistisch illuster. Die Anfänge des holländischen Pianisten Ende der 60er Jahre liegen in der freien Spielweise europäischer Prägung, wenige Jahre später gründete er mit Philip Catherine und Charlie Mariano die Rockjazzband Pork Pie. Sehr populär, allerdings auch sehr gefällig dann die Afrofusion der mit europäischen und wechselnden afrikanischen Musikern besetzten Band Pili Pili von Mitte der 80er an. Parallel zu alledem veröffentlichte van’t Hof Soloalben und ging diverse kammermusikalische Partnerschaften ein.

Eine langjährige Partnerschaft verbindet ihn mit Heinz Sauer. Das annoncierte Duokonzert in der von der Jazzinitiative betreuten Reihe Jazz im Palmengarten musste der Frankfurter Saxofonist einer Erkrankung wegen absagen. Van’t Hof und der nicht minder prominente Einspringer Christof Lauer – mit dem hr-Jazzensemble wird der Artist in Residence ein drittes Mal in dieser Saison auftreten – haben bereits 1982 gemeinsam an der Einspielung des Quartettalbums „Courage for the Past“ von Ralf R. Hübner mitgewirkt.

Mut zur Vergangenheit

Das Titelstück greifen die beiden für das Konzert auf, und das Wort vom Mut zur Vergangenheit passt prächtig. Jasper van’t Hof, inzwischen 74 Jahre alt, hat unvermindert Freude daran, den Wizard an den Tasten zu geben, gerne mal die Linke auf der Tastatur des Flügels und die Rechte am (laptopgestützten) Synthesizer. Über das eher zeitlos Ambienthaft-Sphärische hinaus sind es quäkende und fiepende Sounds von einst, die er auf dem elektronischen Instrumentarium produziert. So kurios gestrig-experimentell das wirkt, es hat einen – keineswegs unfreiwilligen – Humor.

Abendfüllend wäre es eher zum Abwinken. Doch van’t Hof ist alles andere als ein eindimensionaler Musiker. Immer wieder auch fokussiert er sich auf das Klavier, bewegt sich zwischen einer Innerlichkeit, die Wurzeln in der späten Romantik hat, und in einem jazzrockenden Groove mit handfest perkussivem Anschlag.

So entschieden der Pianist der Impulsgeber ist, so sehr ist ihm der zwischen Tenor- und Sopransaxofon wechselnde Lauer ein starker Partner. Das Verhältnis ist allenfalls in Momenten eines der Reibung. Auch wenn nicht lange geprobt werden konnte, ist da eine ausgeprägte Vertraulichkeit, mit Unisono- und Parallelführungen, mit Momenten des expressiven Überschwangs. Es ist Musik von über den Zeiten stehender Gegenwärtigkeit.

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