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Émile Parisiens Sextett, zum Lob von Blue Note auf Reisen geschickt.  

80 Jahre Blue Note

The Jazz Animals mit „Schwing“ in Frankfurt

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Émile Parisien & Co feiern in der Alten Oper Frankfurt das Label Blue Note.

Die 1939 von den deutsch-jüdischen Migranten Alfred Lion und Francis Wolff – vormals Alfred Löwe und Frank Wolff – in New York gegründete Plattenfirma Blue Note war in mehrerer Hinsicht stilprägend, nicht zuletzt durch die Cover mit Wolffs Schwarz-Weiß-Fotografien, die die Ikonografie des Jazz prägten. Boogie Woogie ist sicher nicht die Musik, die einem mit Blick auf das vor allem in den fünfziger und sechziger Jahren mit tonangebende Label als erstes einfallen würde. Siggi Loch, Gründer des Münchner Jazzlabels ACT, hat zum achtzigsten Geburtstag von Blue Note unter dem auf Lion (dem ein „cartoon German accent“ nachgesagt wurde) zurückgehenden Motto „It must schwing“ ein als The Jazz Animals annonciertes Sextett zusammengestellt und unter Leitung des Saxofonisten Émile Parisien auf Konzertreise geschickt. Jetzt machte es im Mozartsaal der Frankfurter Alten Oper Station.

Eröffnet wurde das Programm von einem Gast, dem Hamburger Boogie-Pianisten Axel Zwingenberger mit einer Nummer von dem Genrepionier Albert Ammons: Ihm und seinem Kollegen Meade Lux Lewis galt die erste Aufnahmesession von Blue Note.

Die große Zeit des Labels begann mit der Einführung der Langspielplatte in den fünfziger Jahren. Blue Note beförderte die jazzmodernistische Revolution um den Bebop und den Hardbop. Letzterer ist der Punkt, an dem Émile Parisien und das All-Star-Ensemble ansetzen. Die Besetzung mit Parisien an Sopran- und Tenorsaxofon; Theo Croker, Trompete; Glenn Ferris, Posaune; Yaron Herman, Klavier; Joe Martin, Bass, und Gerald Cleaver am Schlagzeug folgt der des Sextetts um John Coltrane auf dem 1957 veröffentlichten Meilenstein „Blue Train“.

Irritierend brav

Die Musiker, die Siggi Loch vornehmlich aus dem eigenen Labelstall rekrutiert hat, sind Spitze. Um so erstaunlicher das Ergebnis. Auf der Grundlage vor allem von erwartbaren Standards – wie eben „Blue Train“, der Gershwin-Nummer „Summertime“, die in der Version von Sidney Bechet 1939 der erste Hit auf Blue Note war, Dizzy Gillespies „A Night in Tunisia“ – wurde nicht im engeren Sinne historisierend, aber irritierend brav musiziert.

Wie zur Beglaubigung setzte Siggi Loch ans Ende den Gastauftritt des Tenorsaxofonisten Benny Golson. Bereitwillig sah man es dem 90-Jährigen, einst einer der Impulsgeber bei Art Blakeys Jazzmessengers, nach, dass seinem stilbildenden, lyrisch warmen Ton heute ein wenig die Kraft abgeht. Golsons lakonisch-charmantes Auftreten bewegte das Publikum zu warmem Applaus.

Mag dem Abend auch der „Schwing“ nicht abzusprechen sein: eine zeitgenössische Überschreibung des Erbes wäre gut gewesen. Nicht zuletzt stünde es dem Geist von Blue Note näher.

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