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„Jazz im Palmengarten“ in Frankfurt würdigt den Anfang 2020 verstorbenen Wolfgang Dauner. Das Foto entstand 2011, ebenfalls im Palmengarten.
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„Jazz im Palmengarten“ in Frankfurt würdigt den Anfang 2020 verstorbenen Wolfgang Dauner. Das Foto entstand 2011, ebenfalls im Palmengarten.

Frankfurt

In memoriam Wolfgang Dauner bei Jazz im Palmengarten: Die Funken wieder angefacht

  • VonStefan Michalzik
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Ein Palmengarten-Jazz für Wolfgang Dauner.

Der Anfang 2020 verstorbene Pianist Wolfgang Dauner gehörte zu den Großen im Jazz in Europa, unumstritten war er gleichwohl nicht. Seine größte Zeit hatte er in den siebziger und achtziger Jahren, er genoss eine Popularität weit über Jazzkreise hinaus, nicht zuletzt als Mitbegründer der All-Star-Formation United Jazz + Rock Ensemble. Später verlor er sich trotz aller Könnerschaft vielfach in Selbstwiederholung und einem ungebrochen harmonischen Wohlklang.

So betrachtet begann das In-memoriam-Konzert bei der von der Frankfurter Jazzinitiative gestalteten Reihe Jazz im Palmengarten in gewisser Weise „authentisch“. Das Quintett um Weggefährten Dauners – Christof Lauer an Tenor- und Sopransaxofon, Gitarrist Frank Kuruc, Frieder Klein am elektrifizierten Bass, Dauners Sohn Florian am Schlagzeug sowie Perkussionist Roland Peil – spielte Dauners Stück „Ausgeschlafen“ in allzu reibungsfreiem Miteinander, obschon das der erste Auftritt in dieser Besetzung war. Zum Abwinken.

Hernach wirkte die Band wie ausgewechselt, und das blieb glücklicherweise für den Rest des Abends so. Die Funken sprühten, weniger durch dialogische Reibungen als vielmehr ausgiebiges Solospiel besonders seitens Lauer und Kuruc. Nie verdaddelt, immer getragen von ausgeprägtem Formsinn.

Das Spiel des brillanten Stilisten Lauer ist klassisch expressiv geprägt, in frappierender melodischer Klarheit. Kuruc hält mit seiner Technik, die schier keine Grenzen kennt, nicht hinter dem Berg, ohne sich in Eitelkeit zu verlieren. Der Mann wäre auch eine Empfehlung für das alljährliche Konzert „Blues im Palmengarten“, halsbrecherisch furios mit zirzensischer Ader greift er mal in Richtung Blues, dann in Richtung Funk aus.

Fernost & James Brown

Früh experimentierte Wolfgang Dauner mit dem Synthesizer, die Tasten aber blieben an diesem Abend außen vor. Seine Neigung zur Fusion mit außereuropäischen Musikkulturen hingegen klang im perkussiven Duo von Florian Dauner und Roland Peil nach „Raga Yagapriya“ von der Indo-Jazz-Pionierin R. A. Ramamani an, der einzigen nicht von Dauner stammenden Komposition; in Dauners „Hong Kong Fu“ hat Fernost mächtig viel mit James Brown zu tun.

Das Gros der Titel ist aus dem Repertoire des United Jazz + Rock Ensembles geläufig – hier wurde es voll vibrierender Spannung aufgefrischt.

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