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Alte Oper Frankfurt

Im Mozart-Soundspace – Gedenken an den 230. Todestag in der Alten Oper Frankfurt

  • VonBernhard Uske
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Corona lässt die Seitenteile des Frankfurter Gedenk-Triptychons übrig.

Vor 230 Jahren war es eine Streptokokken-Infektion, die das Lebenslicht Wolfgang Amadeus Mozarts ausblies. Jetzt war es das Virusinfektionsgeschehen, das dem Gedenktag des Mozart-Todes in der Alten Oper das zentrale Mittelstück raubte: das von Jordi Savall mit seinem Ensemble aufzuführende Requiem, an dem der 35-jährige Moribunde bis zuletzt im wahrsten Sinne des Wortes fieberhaft gearbeitet hat.

In Frankfurt war ein Gedenktriptychon geplant, von dem jetzt nur die beiden instrumentalen Seitenteile erhalten blieben. Bestritten maßgeblich von dem auf historische Tasteninstrumente spezialisierten Kristian Bezuidenhout. Der 42-Jährige wurde angekündigt mit dem Hinweis, „Werke eines derart extrovertierten Komponisten“ verlangten für ihn nach einem historischen Instrument, um zu zeigen, „welche starken Kontraste seine Auffassung von Mozart birgt“. Die vollmundigen Töne erwiesen sich angesichts der akustischen Realität im Mozart Saal als märchenhaft und die Meinung, „der moderne Konzertflügel lasse Mozart nur in kontinuierlichem Mezzopiano zu“ als Künstlermarketing. Das Hammerklavier ergab bei einigen pianistischen Hauptwerken aus Mozarts Wiener Zeit ein zweifellos timbrespezifisch variables Klangbild, aber der Vorwurf des „Mezzopiano“ traf hier sicherlich besser als bei „modernen“ Aufnahmen von Glenn Gould, Rudolf Serkin, Arthur Schnabel oder dem Bezuidenhout-Zeitgenossen Víkingur Ólafsson.

Statt des historischen Fetischs geht es um Interpretation, Zugriffigkeit und Deutungskompetenz und da liegt Bezuidenhout durchaus im Mittelfeld von „starken Kontrasten“. Lebhaft spielend, nicht extrovertiert, recht schnell, ohne Manierismen und Profilsucht. Genau und eher monochrom. Harmonische Differenz und tektonische Disparität, die das Gefällige bei Mozart erst zur Qualität machen – das ist nicht die Frage von Hammerklavier oder Konzertflügel.

Einerseits das populärste, andererseits eines der explorativsten Werke gab es im „Nach(t)konzert“, das mit der Kleinen Nachtmusik begann. Vehement und fast unserenadenhaft direkt vom Hába-Quartett gespielt. Danach wieder Bezuidenhout, der mit der d-Moll-Fantasie KV 397, aber vor allem mit der c-Moll-Fantasie KV 475 aufwartete. Wunderbar die Zerklüftungen in gefasstem Habitus haltend.

Mit Werken für Glasharmonika erhob sich der Mozartklang schließlich zu einem harmoniegefluteten Soundspace, der aus den harfenförmig aufgereihten Glasröhren entwich. Von Glasharmonikalist Friedrich Heinrich Kern virtuos mit angefeuchteten Fingern bestrichen und unterstützt von Oboist José Luis Garcia Vegara, Flötist Sebastian Wittebier und den tiefen Streichern des Hába-Quartetts.

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