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Igor Levit im HR-Sendesaal am Dornbusch. Foto: Tim Wegner/HR
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Igor Levit im HR-Sendesaal am Dornbusch.

Konzert-Stream

Puck im August

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Ein Live-Stream mit Constantinos Carydis, Igor Levit und dem HR-Sinfonieorchester.

Je länger es dauert, umso schauriger wird der Abstand zum letzten Konzertbesuch. Andererseits tut das HR-Sinfonieorchester, was es kann (uns den Rest zu geben, uns aber auch daran zu erinnern, dass alles noch da und am Platze und auf Draht ist, und wir irgendwann wieder werden dabei sein dürfen).

Diesmal im Livestream aus dem Sendesaal am Frankfurter Dornbusch: Zunächst – quasi um der Sehnsucht die letzte Richtung zu geben: Juli, August – eine Sommernachtstraum-Suite des 1960 geborenen Griechen Periklis Koukos. Dessen Landsmann Constantinos Carydis dirigierte, so dass wieder deutlich wurde, wie Reisende es sind, die von zu Hause die schönsten Waren mitbringen.

Die Suite als süffig zu bezeichnen, wäre noch untertrieben, aber das Orchester und sein Leiter achteten auf eine schlanke und exakte Linie, so dass das Zauberische mehr zum Zuge kam als die reine Süßigkeit. Hier springt Puck heraus, dort kündigt sich theatermäßig dräuendes Unheil an. Auf einmal sitzt man im Kino im Thriller „Sommernachtstraum“, und dann ist „Sommernachtstraum“ anscheinend doch eine Liebesgeschichte gewesen, die jetzt gut ausgeht, bevor sich auf einmal alles in die totale Komödie verwandelt und ein ziemlicher Esel auftaucht. Das muss man nicht jeden Tag hören, vielmehr hat man dafür ein Konzertabonnement. Und der Live-Stream verbleibt vorerst im Netz, denn in echt legt man es sich schon am nächsten Morgen wieder auf.

Im Anschluss war Igor Levit der Solist in Mozarts Klavierkonzert B-Dur KV 595, mit einem kernigen, angenehm handfesten, überhaupt nicht ätherischen Zugriff seitens des Pianisten wie des Orchesters. Vielleicht stellt man sich die Musik automatisch etwas lauter. Levit spielte hochkonzentriert mit kleidsamer Maske, insgesamt war die Atmosphäre entspannt, konzentriert und sehr still. So war zu hören, wie Levit (wohl zum Konzertmeister) beim Hereinkommen freundlich „Viel Spaß“ rief. Als er am Klavierhocker drehte und noch mal und immer noch dreht, schlug er vor, die anderen könnten ruhig schon einmal anfangen. Wie bei den Fußballspielen (aber sonst gibt es wirklich keine Ähnlichkeiten) wird einem das meiste weggenommen, aber trotzdem auch etwas gegeben.

Nach den Nummern zartes Saitengeklapper, Köpfenicken. Das ist immer der allerstillste und der traurigste Moment.

Jetzt sofort in die Oper

Konzertunüblich gab es dann bereits einen Rausschmeißer, Ballettmusik aus der Mozart-Oper „Idomeneo“, für die im Saal und am Apparat kräftig aufgedreht wurde. Jetzt müsste man sofort einer Opernaufführung mit penetrant langen Rezitativen beiwohnen.

Das Sinfonieorchester bittet am Ende immer um Spenden für den Nothilfefonds der Deutschen Orchester-Stiftung. Ein Schelm, wer sich da nicht flugs durchklickt.

Das Konzertvideo findet sich via www.hr-sinfonieorchester.de

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