Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Marin Alsop leitet das hr-Sinfonieorchester. © copyright by Anna Meuer
+
Marin Alsop leitet das hr-Sinfonieorchester. © copyright by Anna Meuer

Alte Oper

hr-Sinfonieorchester: Als wäre Brahms aus der Haut gefahren

  • VonBernhard Uske
    schließen

Marin Alsop mit dem hr-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt.

Zur Ankündigungsprosa von Konzerten Marin Alsops gehört das Rühmen ihrer Mahler- und Brahms-Interpretationen als schlackenfrei und unpathetisch. Den Beweis beim Abschlusswerk des hr-Sinfoniekonzerts in der Alten Oper Frankfurt, mit Johannes Brahms’ 2. Sinfonie, blieb die 65-Jährige aber schuldig.

Stattdessen erwies sie sich als Repräsentantin jenes US-amerikanischen Klangs, der in seiner saftigen Art schließlich zu schönster triumphalistischer Finalwirkung führte. Flüssig, mit farbigen und leicht geführten Bläsern im Holz und vollplastischen Einprägungen im Blech; bei dichter und fester Streichermasse. Ein Parade-Parcours für das Orchester, mit dem Alsop seit 20 Jahren eine stabile Gastbeziehung pflegt.

Mit einer Art US-Brahms war man gestartet – mit Samuel Barbers in den 30ern begonnener und 1943 vollendeter 1. Sinfonie. Ein einsätziges, typisches Produkt jener gemäßigt genannten, halbwegs populär bleibenden Moderne, wie sie besonders in den Staaten heimisch war. Aufgerissene klassische Ablaufsmuster, eine gestische und rhythmische Drastik. So als wäre Brahms aus der Haut gefahren und habe sich mit Umständen einer technischen und exaltierten Welt in Einklang gebracht. Höhepunkte, Finalwirkungen, Tänzerisches, Illustratives, Stimmungsvolles in einem großen Bogen, der versucht, die Klassik zeitgenössisch einzukleiden.

Die Schöpfung in acht Tagen

Ganz eigen kam dagegen „In Seven Days“ daher – vom heute 50-jährigen Thomas Adès 2008 komponierte gut 30 Minuten für Klavier und Orchester. Ein „Schöpfungsbericht“, der sich illustrativ sehr einsilbig, aber strukturell konsequent gab. Gott der Herr als ein allmächtiger Mechanicus, der die Weltordnung in kleinstteiliger Tüftelarbeit in einer Unzahl von polyformen, matrixartigen Rastern und Mustern komponierte. Im dichten Harmonie-Gestöber, das gewaltige und auch sehr tonale Terrassierungen nicht verschmäht, war das ein befremdlich erhabener Vorgang.

Hier waren Alsop und die Mitglieder des hr-Sinfonieorchesters sehr gefordert. Aber erst recht der 37-jährige Pianist Víkingur Ólafsson aus Island (hr-Residenzkünstler), dem die undankbare Aufgabe zufiel, sich im Geflirre des Tönetreibens seinen solistischen Schöpfungspart zu erobern. Man sah, dass es gut war und man konnte spüren, dass die Zugabe eine Art achten Schöpfungstag darstellte: dank Johann Sebastian Bachs Andante aus der 4. Orgelsonate in der nachschöpfenden Transkription des Bruckner- und Liszt-Schülers August Stradal.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare