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hr-Jazzensemble im Palmengarten

hr-Jazzensemble: Nicht auf Rosen, aber auf Vielfalt gebettet

  • VonStefan Michalzik
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Das hr-Jazzensemble bei Jazz im Palmengarten.

Ein Labor für den Jazz, das ist der Ursprungsgedanke gewesen, ein Freiraum fern kommerzieller Erwägungen. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte des hr-Jazzensemble beim sechsten Deutschen Jazzfestival 1958, eine Auswahl der wichtigsten Musiker im westdeutschen Jazz gehörte zur ersten Besetzung, allen voran die Brüder Albert und Emil Mangelsdorff, die das Bild über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt haben.

Dem hr-Jazzensemble lässt sich vieles nachrühmen. Dass es sich um die älteste bis heute bestehende deutsche Jazzband handeln soll, wie von der Moderatorin Daniella Baumeister in ihrer Ansage zu Beginn des Konzerts in der von der Frankfurter Jazzinitiative betreuten Reihe Jazz im Palmengarten behauptet, entspricht allerdings nicht der Wahrheit. Dem Kenntnisstand nach dürfte das wohl die – gleichfalls aus der damaligen Jazzhauptstadt Frankfurt stammende – Barrelhouse Jazzband mit dem Gründungsjahr 1953 sein.

Wie auch immer: die Musiker haben natürlich mit den Jahrzehnten gewechselt und die Stile auch, den Gastengagements deutscher wie internationaler Größen kommt beinahe ein Who’s-Who-Charakter zu, die Qualität jedoch, dokumentiert in weit über 2500 Aufnahmen, ist in einer bemerkenswerten Kontinuität eine vorzügliche.

Keine stilistischen Grenzen

Mannigfaltige Stile, herausragende Qualität: das sind treffliche Stichworte auch mit Blick auf dieses Konzert, bei dem es sich um den erst 15. Bühnenauftritt in der 63-jährigen Bestehenszeit dieses Studioensembles gehandelt haben soll. Die selbstredend ausgesuchte Besetzung – mit Christof Lauer am Tenorsaxofon, dem auffälligen jungen Talent Fabian Dudek am Altsaxofon anstelle des erkrankten Heinz Sauer, dem Posaunisten Stefan Lottermann, Sebastian Sternal am Klavier, dem Bassisten Bastian Weinig und dem einstigen Frankfurter Gitarrenjungstar John Schröder am Schlagzeug – schien keine stilistischen Grenzen zu kennen.

Da ist, gleich in John Schröders eingangs gespielter Nummer „Büchse der Pandora“, Raum für einen süffig groovenden Fusionjazz mit expressiven Soli und schattierungsreichen Klangmischungen der Bläser.

Später gibt es im Palmengarten dann Ausflüge in die freie Spielweise europäischer Prägung (in einer Komposition von Sebastian Sternal) wie auch eine elegisch-balladeske Nummer sowie eine Besinnung auf den klassisch jazzmodernistischen Hardbop (beides wiederum in Beiträgen von Schröder).

Und nie – das ist die womöglich hervorstechendste Kontinuität des hr-Ensembles über die mehr als sechs Jahrzehnte hinweg – gleitet die Diversität der Spielweisen und kompositorischen Handschriften ab in Beliebigkeit. Auch wenn in Interviews mit Musikern zu lesen ist, dass das Jazzensemble mit Blick auf den Etat schon lange nicht gerade auf Rosen gebettet ist – gut dass es diese wunderbare und äußerst vitale Institution nach wie vor gibt.

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