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Jetzt nur noch zu dritt: La Luz. Foto: Pooneh Ghana
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Jetzt nur noch zu dritt: La Luz.

Album

Himmelschöre

  • VonChristina Mohr
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Üppiger und weicher denn je: Auch als Trio überzeugen La Luz mit hinreißenden Harmonien.

La Luz, das Surf & Western Noir-Quartett aus Seattle, Washington, ist zum Trio geschrumpft: Kürzlich verließ Drummerin Marian Li Pino die Band, weil sie sich anderen Projekten zuwenden möchte. Um das vierte, schlicht „La Luz“ betitelte Album fertigzustellen, heuerten ihre Ex-Kolleginnen Shana Cleveland, Lena Simon und Alice Sandhal verschiedene Gastschlagzeugerinnen an, was keineswegs zu Unordnung im klanglichen Gefüge führte.

Ganz im Gegenteil, alle typischen Elemente von La Luz sind vorhanden: wunderschöne Harmonien, hinreißende Melodien und instrumentale Perfektion – nur in noch üppigerer, wärmerer, weicherer Ausführung, die den unverhohlen nostalgischen Sound sanft schimmern lässt.

Kontakt zur Realität

Das Album

Laz Luz: La Luz. Hardly Art

Im Kontrast dazu sind Shana Clevelands Lyrics geerdeter geworden, stellen eher Kontakt zur Realität her, statt diese wie früher verlassen zu wollen. Nach ihrem spacig-psychedelischen Soloalbum „Night Of The Worm Moon“ (2019) hat Cleveland offenbar einen direkteren Blick auf die Welt entwickelt, einen achtsam zu nennenden Naturbezug gar, der sich schon im Opener „In the Country“ Bahn bricht: „We can have all we need / Growing out in the country / I don’t want the way that I feel today to disappear“, singen La Luz zu genüsslich übersteuerten Twang-Gitarren, schichten ihre Stimmen in der Hall-Echokammer zu wahren Himmelschören.

Überhaupt, der Gesang: In „Watching Cartoons“, das von Alice Sandahls Wurlitzer-Orgel angetrieben wird, verflechten sich die Stimmen ineinander, ergießen sich in fröhlichem Ba-ba-ba, während im energetischen Hit „The Pines“ und der versonnenen Ballade „Oh, Blue“ Clevelands Vocals hell und klar über Bass und Keyboards zu schweben scheinen. Interessanterweise finden La Luz erst ohne ihr einstiges rhythmisches Rückgrat Li Pino stärker zu sich selbst, was auch an Producer Adrian Younge liegen könnte, den die Band als Bruder im Geiste bezeichnet.

Younge kommt ursprünglich aus der HipHop-Szene und hat bereits mit Kendrick Lamar, Schoolboy Q und Neo-Soul-Sänger Bilal zusammengearbeitet. Dass er auch für eine genremäßig völlig anders gelagerte Band wie La Luz der richtige Partner ist, begründet Adrian Younge mit der risikofreudigen Haltung von Cleveland, Sandhal und Simon. Begeistert ließen sie sich auf Vorschläge wie die funky Beats in „Watching Cartoons“ ein, oder den Einsatz von Mellotron („Lazy Eyes and Dune“), Theremin („Goodbye Ghost“) und indischen Saiteninstrumenten („Yuba Rot“). Allerdings fungierte Younge – anders als Dan Auerbach von den Black Keys, der für die vergleichsweise glatte Produktion von La Luz’ dritter Platte „Floating Features“ verantwortlich zeichnet – vorwiegend als Unterstützer, nicht als Steuermann. So lassen die drei Frauen ihrer Liebe zu fuzz-getränktem Psych-Sound nach wie vor freien Lauf, besonders deutlich in „Metal Man“, der die geneigten Hörerinnen und Hörer geradewegs ins San Fernando Valley der sechziger Jahre beamt. „La Luz“ wirkt intim und explorativ zugleich.

Und dass die Band das letzte Stück „Spider House“ ausfaden lässt, anstatt mit einem knackigen Schlussakkord zu enden, interpretieren wir hoffnungsvoll als ein to be continued ...

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