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Erfolge rund um die Welt: Fergie dieser Tage in Rio.
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Erfolge rund um die Welt: Fergie dieser Tage in Rio.

Fergie, "Double Dutchess"

Herrlich unangemessen

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Tolle neue Alben von Kitty, Daisy & Lewis, den Sparks und Wolf Schubert-K. sowie eine Menge nackter Haut von Fergie.

Ein Naturereignis. Als Kitty, Daisy und Lewis, die britischen Geschwister, im vorigen Jahr beim Women-of-the-World-Festival in Frankfurt auftraten, stand der Saal kopf. Die drei sind live unwiderstehlich, ein Naturereignis, man muss sie einfach gern haben, und man kann dabei nicht stillstehen. Jetzt ist ihr neues Album erschienen, das vierte schon: „Superscope“. Zehn Songs, in denen die Londoner ihren swingigen, bluesigen R’n’B im Stil der 50er und 60er Jahre ausleben, alles selbst komponiert und mit analoger Studiotechnik produziert. „Wilde Gitarren, leichtsinniges Schlagzeug“, beschreiben sie den Sound selbst, „und Texte über Liebe, Sex, Partymachen und sogar Psychopathie.“ Das alles sei hiermit bestätigt, und gute Laune macht das Album sowieso. Noch mehr Spaß verspricht die einwöchige Deutschlandvisite der Band, dann wieder mit Mama Ingrid und Papa Graeme als Unterstützung auf der Bühne, mit Auftritten ab 3. November in Hamburg, Dresden, Frankfurt, Köln, Berlin und München.

Sympathisch durchgeknallt. Keine Ahnung, was die Sparks nehmen, aber das Zeug muss gut sein, denn es funktioniert nun schon auf dem 22. Album der beiden kalifornischen Brüder. Die Songs auf „Hippopotamus“ sind sympathisch durchgeknallt, sie preisen skandinavisches Design, die Missionarsstellung, Hieronymus Bosch, Flusspferde, und sie gestehen entwaffnend offen: „Edith Piaf said it better than me“. Russell Mael singt mit herrlich unangemessener Dramatik, dabei ist das Leben der Sparks gar nicht mehr so dramatisch wie in den 70er Jahren, als es beispielsweise darum ging, den Eltern eine deutsche Freundin plausibel zu erklären. Heute kann er darüber parlieren, wie es sich anfühlen muss, wenn man ein französischer Filmregisseur ist („la vie est belle“). Bruder Ron spielt die Tasteninstrumente dazu, der Sound ist schmissig, alles ein prima Spaß.

Schwerpunkt: Gelungener Körperbau

Für Eingeweihte. Fergie wurde als Sängerin der Black Eyed Peas bekannt (Erfolge rund um die Welt) und außerdem, weil sie denselben Spitz-/Künstlernamen hat wie die Herzogin von York. Im Jahr 2006 veröffentlichte sie ihr erstes Soloalbum „The Dutchess“ (eine Anspielung auf die Herzogin von York), nun das zweite: „Double Dutchess“ (vermutlich eine doppelte Anspielung). Diesmal legt Fergie einen besonderen Schwerpunkt auf ihren durchaus gelungenen Körperbau, den sie im CD-Booklet mit wenigen, teils gar keinen Textilien präsentiert. Was die Musik angeht: R’n’B, Soul, Rap, häufige Rhythmuswechsel. „Hinter dem Album steckt eine Geschichte, die mir sehr am Herzen liegt“, erzählt die US-Amerikanerin. „Es ist meine Vision. Es spiegelt mich auf allen Ebenen wider.“ Was das genau sein soll, erschließt sich wahrscheinlich ihren Fans, aber nicht jedem Uneingeweihten. Zumindest nicht akustisch.

Germanicana. Als Urgestein der alternativen Countrymusik Americana sieht sich völlig zu Recht der Frankfurter Wolf Schubert-K., und weil er seinen eigenen Sound hierzulande prägte, nennt er ihn folgerichtig: Germanicana. Das Publikum schätzt ihn seit Cosmic-Twins- und Dirty-Birdies-Zeiten. Jetzt gibt es ein neues Soloalbum – eine wunderschöne Reise durch weite Landschaften mit der Westerngitarre, mit Kontrabass und Fiddle, produziert von Tom Ripphahn. Eine Kunst ist es, diese Art Musik so unters Volk zu bringen, ohne dass sie irgendwann dröge wird; und das gelingt der CD beispielhaft mit vielstimmigen Chören, mit unaufdringlichen Anleihen bei Neil Young und Dylan, auch den just verstorbenen Tom Petty hört man heraus, aber vor allem natürlich Schubert-K.s Stil. Er bringt sogar Feminismus und Flüchtlingspolitik unter. Ein guter Grund zu feiern: das Release-Konzert mit Gästen am 16. November in der Frankfurter Brotfabrik.

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