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Das Studio Braun blüht und gedeiht offenbar.
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Das Studio Braun blüht und gedeiht offenbar.

Studio Braun im Mousonturm

Aus dem Jux heraus

Studio Braun unterwegs: Rocko Schamoni, Jacques Palminger und Heinz Strunk blättern im Frankfurter Mousonturm durch ihre künstlerische Vita. Es wird viel gelacht.

Von Stefan Michalzik

Zum Erscheinungstag des umfangreichen Werkschaubandes „Drei Farben Braun“ gastierte jetzt das Hamburger Humoristentrio Studio Braun mit der Show zum Buch im Frankfurter Mousonturm. Sie selbst sprachen von einer „Verkaufsveranstaltung“. Jedenfalls wurde reichlich gelacht.

Studio Braun blättern in ihrer künstlerischen Vita, sie beginnen mit Fotografien aus ihrer dreier Kindheit und Jugend, das sorgt für viel Heiterkeit. Geist und Monturen der frühen Achtziger offenbaren die Bilder aus der Phase der ersten Ambitionen im Umfeld von Punk (Rocko Schamoni) und Psychobilly (Jacques Palminger). Heinz Strunk spielte derweil in einer Tanzkapelle.

Eine der ersten gemeinsamen Aktionen galt einer unerbetenen Werbekampagne für eine Limomarke, mit haarsträubenden Umtrieben wie einer Art Bandenwerbung auf der Haut des Patienten im Operationssaal. Der ganze Weg von Studio Braun gründet letztlich auf Juxereien. Oder, in ihren eigenen Worten, dem nahtlosen Übergang von der Pubertät in die Altersexzentrik. Die Lust an der Selbstdarstellung hat Rocko Schamoni kürzlich in einem Interview als Hauptantrieb aller Kunstambition ausgedeutet. Bei Palminger mit seiner knorrig-halbseiden dandyhaften Kunstfigur, dem immerwährend an die Pubertät gemahnenden Strunk und dem ironisch einen Star-Glanz behauptenden Schamoni bietet sich das in formbewusst unverstellter Weise dar.

Der Abend gibt einen äußerst amüsanten Überblick über die Vielfalt der Aktivitäten in zwei Jahrzehnten. Anfänglich überkritzelten sie respektlos Plattenhüllen und Buchtitel, Fotografien und Plakate, eigene Fotografien inszenieren sie in grotesken Kostümierungen. Alkohol soll eine große Rolle spielen. Eine große Plattenfirma bietet ihnen eine Stange Geld dafür, dass sie anarchische Scherzanrufe tätigen. Wenn ein Gesprächspartner durch den permanenten Einsatz einer nervigen englischen Übersetzerstimme zur Weißglut gebracht wird, obschon sich ein Deutschsprachiger mit einem Deutschsprachigen unterhält, gerät das beiläufig zu einer soziologischen Studie.

Die bei aller Nonchalance penibel genau auf das Timing eingespielten Entertainer, die, wiederum einem Interview Schamonis entnommen, „aus der Depression heraus“ arbeiten, verstehen sich darauf, noch den größten Blödsinn stilsicher in Szene zu setzen; Tom Stromberg hat sie dafür ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg engagiert. Mit der hohen Fertigkeit, immer wieder die Dinge zum Tanzen zu bringen, haben sie es zu einem singulären Status gebracht.

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