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Abschlusskonzert Rheingau Musik Festival

Händel als Protestant

  • VonBernhard Uske
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In der Basilika von Kloster Eberbach lag das Abschlusskonzert des Rheingau Musik Festivals in den Händen von Helmuth Rilling: Mit seinem Stuttgarter Festivalensemble gestaltete er den "Messias".

Georg Friedrich Händel aus der Perspektive Johann Sebastian Bachs - so ähnlich könnte das geklungen haben: der anglikanisch-puritanische Aplomb einer siegesgewissen Religiosität in den Ohren eines eher schuldbefangenen lutherisch-pietistischen Gemüts. In der Basilika von Kloster Eberbach lag das Abschlusskonzert des Rheingau Musik Festivals in den Händen von Helmuth Rilling und seinem singenden und spielenden Stuttgarter Festivalensemble, die es mit Händels "Messias" gestalteten.

Im Sinne des gloriosen Furors, der dieses Werk nicht von ungefähr so populär machte, wären bei dieser Aufführung allein die Solisten zu nennen - ein Quartett von stimmlich fast ausnahmslos überragenden Sängern, allen voran der Tenor James Taylor, der in großer Beweglichkeit ungemein markant agierte. In nichts stand ihm die in Staccato-Partien sehr exponierte Stimme des Bassisten Michael Nagy nach. Gar nicht enge Höhen hatte der Alt Daniel Taylors, und Robin Johannsen sang silberhell und hatte bis auf kleine Begrenzungen in der letzten Höhe das ideale Format für die seraphische Sopranpartie.

Rillings geradliniger Zugang stellte mit dem Rest des Händelschen Klangkörpers ein Passpartout für diese Vokal-Exhibitionen, legte es aber nicht darauf an, die auditiven Schauwerte der Händelschen Heilsgeschichte auszustellen. Das war alles solide und wie mit der deutsch-reformatorischen Brille betrachtet, was eine gewisse Bravheit und im Chor manch agitatorische Blässe zur Folge hatte. Der Vollzug von ins Werk gesetztem Können ist bei Händel noch kein Gotteslob. Das wird erst durch die operalen Konturen eines sich in Handlungs- und Bekenntnisvollzugs befindlichen Chorkollektivs befeuert.

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