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Jason Schneider

Gut durchblutet

  • vonStefan Michalzik
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Jason Schneiders Quartett im Jazzkeller-Stream.

Auf der Hülle zu „Loose Tongue“, dem neuen Album, hebt der Frankfurter Trompeter Jason Schneider, sein Instrument spielend und angetan mit einem Hütchen, mit einem Spagatsprung ab. Jazz mit einem Groove: das ist das musikalische Programm seines Quartetts The J|Sound (vormals The J|Sound Project), das eine Reihe von Nummern aus dem Album nun in einem Konzert zum Erscheinen per (weiterhin abrufbarem) Livestream aus dem Frankfurter Jazzkeller vorgestellt hat.

Gleich wie traditionsgesättigt die Musik – sämtlich eigene Kompositionen – in einem Bezugsrahmen von Hardbop, Souljazz, Funk und Fusion ist, sie wirkt gut durchblutet. Die Band, seit ihrer Gründung vor fünf Jahren beständig besetzt mit dem Pianisten Yuriy Sych, Ivan Habernal an der elektrischen Bassgitarre und Uli Schiffelholz am Schlagzeug und 2015 ausgezeichnet mit dem Arbeitsstipendium Jazz der Stadt Frankfurt, ist eine verschworene musikalische Einheit.

Ungeachtet des klar herausgestellten Leaders sind die Arrangements – mitnichten ein Widerspruch – auf den Ensemblesound hin ausgerichtet. Der ist voller Spannkraft und zugleich schwerelos, bis hinein in die schwermütig verschatteten Stücke, die zwischen die aufgekratzten gestreut werden. Sych ist der zweite Solist, mit energiegetriebener rhythmischer Kraft.

Das Spiel von Schneider auf der Trompete und auf dem Flügelhorn scheint technisch keine Grenzen zu kennen. Weit geschlagen die Bögen in seinen Improvisationen, geprägt von spielerisch züngelnder Experimentierlaune und faszinierender Geschmeidigkeit. Freddie Hubbard, Roy Hargrove und Nicholas Payton sind die Referenzgrößen. Bisweilen verfremdet Schneider den Klang seiner Instrumente mit sphärischen Halleffekten, die er wirkungsvoll einzusetzen versteht. Die Stärke in der Improvisation und der Reichtum der Formen Nummer um Nummer machen den Unterschied zu der gewissen Lounge-Gefälligkeit eines landläufigen „Groovejazz“-Ensembles aus. Die Band will weiter gehen und sich nicht musikalisch rückwärts orientieren.

Das ist kraftvoll und durchaus auch eingängig in seiner kompositorischen Eloquenz. Dabei klischeefern und hochkomplex ausbalanciert, mal auch mit einer Dramaturgie der repetitiven Steigerung und einer Motorik, die von einem insistierenden Klavierriff angetrieben wird, wie im final gespielten Stück „Double Agent“. Hier hat alles Substanz, nichts zielt auf den Effekt. Die Dinge passieren sehr komprimiert, sehr gebündelt, sehr straff.

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