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Max Greger, hier 1970 mit seinem Orchester bei der ZDF-Show "Vergißmeinnicht".
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Max Greger, hier 1970 mit seinem Orchester bei der ZDF-Show "Vergißmeinnicht".

Nachruf Max Greger

Max Greger, mehr als eine Swinglegende

Der tatsächlich unermüdliche Saxophonist, Band-Leader und Unterhaltungsstar Max Greger ist im Alter von 89 Jahren an Krebs gestorben. Sein nächstes Konzert war für September geplant.

Von der Bühne wollte er mehrfach Abschied nehmen, versuchte es auch, und dann war er doch wieder da. Dass Swingen unbedingt etwas mit einer immer weiter fortschreitenden Bewegung zu tun hat, Max Greger bewies es besonders eindrucksvoll: mit einer auf seine Weise doch einzigartigen Karriere zwischen dem anscheinend schwer schlagbaren Saxophonspiel und der reinsten, altmodischsten, immergrünen Unterhaltungskunst.

Das hat zur Folge, dass eine Generation Greger auf ewig als Teil von „Der Große Preis“ in Erinnerung behalten wird, als freundlich lächelnden Chef seiner Big Band, für ein Späßchen zu haben, aber auch im Hintergrund recht zufrieden. Die vermutlich niveauvollste Art der Anpassung an die ZDF-Fernsehunterhaltung der sechziger, siebziger Jahre. Während ausgerechnet die Jüngeren ihn auch ohne weiteres aus dem Konzertsaal kennen können. Zumal nach seinem 75. Geburtstag erlebte er ein fulminantes Comeback, mit ausverkauften Häusern und in unterschiedlichen Formationen: mit seiner Familie, dem ebenfalls musizierenden Sohn Max Greger jr. und dem ebenfalls musizierenden Enkel Max Greger jr. jr.; aber auch mit den alten Kämpen wie Paul Kuhn oder Hugo Strasser.

Enzian-Sextett und Jazz im amerikanischen Club

1926 wurde Greger als Sohn eines Metzgers in München geboren, dem Zehnjährigen schenkte der Großvater sozusagen schicksalshaft ein Akkordeon. Ab jetzt ging es nur noch mit Musik. Klarinette und Saxophon waren bald seine Instrumente, nach spätem Wehrdienst und Kriegsende spielte Greger für US-amerikanische Offiziere auf.

Der 22-Jährige gründete Ende der vierziger Jahre seine erste Band. Dass die Formation im Rundfunk unter dem Namen Enzian-Sextett Volkstümliches darbot und abends Jazz in Ami-Clubs, dokumentiert den herrlichen Mangel an Berührungsangst, der sich nicht in Gehudel, sondern in Elan und Professionalität niederschlug. Dass Greger im Alter immer weniger Kompromisse machen musste (die ihn hoffentlich nie bekümmerten) und wieder mit reinstem Swing viele seiner Konzerte bestritt: Was für eine schöne Entwicklung.

Wenn er wieder selbst zum Tenorsaxophon griff, sprach er davon, dass er eine „heiße Kanne“ spiele. Vor mehr als sechzig Jahren, wird uns berichtet, ging er aus der Jazz-Umfrage einer Zeitschrift namens „Gondel“ bereits als großartigster aller Saxophonisten hervor. Mit Louis Armstrong, Duke Ellington und Ella Fitzgerald konnte er spielen.

Die große Sowjet-Tour

Der durchschlagende Erfolg kam indes auf kuriose Art. Als erstes westliches Orchester seit Menschengedenken tourte Greger mit seiner Big Band 1959 in der Sowjetunion, mit 36 ausverkauften Konzerten. Zum Fernsehruhm ab 1963, als er einen festen Vertrag mit dem ZDF abschloss, gesellte sich eine Unzahl von Aufnahmen: 3000 Liedtitel haben Experten gezählt, 150 Langspielplatten. Und schließlich: Ohne Max Gregers Musik würde kein Mensch merken, dass in diesem Moment das Aktuelle Sportstudio beginnt.

Lange schon galt Max Greger als Swinglegende. Das klingt nach Endgültigkeit und Abschluss, was bei ihm nicht der Fall war. Erst jetzt. Nach James Last ist innerhalb von wenigen Wochen ein weiterer Heroe der gar nicht nur leichtgewichtigen Big-Band-Szene gestorben. Seine Frau, mit der er 63 Jahre lang verheiratet war, teilte am Wochenende mit, dass Greger nach vier Wochen im Krankenhaus in der Nacht zum Samstag einem Krebsleiden erlag. Sein letztes Konzert hatte der 89-Jährige am 13. Juli gegeben, das nächste war für September geplant, an der Seite von Hugo Strasser.

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