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Fawaz Baker mit Ensemble in der Reihe "Weltmusik im Mozartsaal".
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Fawaz Baker mit Ensemble in der Reihe "Weltmusik im Mozartsaal".

Alte Oper Frankfurt

Geliebtes Syrien

  • VonVolker Schmidt
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Fawaz Baker mit seinem Ensemble und als Gast Ibrahim Keivo: Syrische Musik in der Alten Oper Frankfurt.

Arabisch, kurdisch, armenisch, aramäisch: Ibrahim Keivo begrüßt das Publikum im Mozartsaal gleich in mehreren Sprachen. Auch seine kurzen Ansagen in gebrochenem Englisch eint eine Botschaft: Syrien ist ein buntes, Syrien ist ein multi-ethnisches Land.

Die Stadt Aleppo steht im Zentrum des Konzerts von Fawaz Baker und seinem Ensemble, bei dem Ibrahim Keivo als Gast auftritt. Eine Stadt, die in den Nachrichten für Gewalt, Zerstörung und die Verbrechen des Assad-Regimes steht. Aber auch eine Stadt mit tausenden Jahren Kultur- und Musikgeschichte.

Fawaz Baker, von Haus aus Archäologe und Architekt, hat sich als Virtuose auf der Kurzhalslaute Oud, als Komponist und als Musikwissenschaftler der Pflege dieser Tradition verschrieben. Er leitete das Konservatorium in Aleppo, bevor er nach Frankreich ging. Mit fünf ebenfalls im Pariser Exil lebenden syrischen Musikern und Gast Keivo, der seit 2015 in Deutschland lebt, bringt er einen „Hauch des geliebten Syrien“ – so der Titel des Abends – in die Alte Oper Frankfurt.

Die völkerverbindende Lage Aleppos an der Seidenstraße spiegelt sich in der Musik, die das Ensemble mitgebracht hat: armenische und syrische Stücke aus mehreren Jahrhunderten, ein maronitisches Marien-Lied, ein Janitscharenmarsch und Lieder aus der im sarazenischen Spanien entstandenen Muwaschschah-Tradition. Neben Fawaz Bakers Oud sind eine Violine, die im ganzen Nahen Osten und in Nordafrika geläufige Bechertrommel Darbuka ein Tamburin und die Kanun zu hören. Die Kastenzither mit fast Banjo-ähnlichem Klang kam mit den Mauren nach Spanien und wohl auf diesem Weg auch in den Rest Europas – die alpenländische Zither könnte von ihr abstammen.

Auch die Musik der Sufi-Bruderschaften sowie die aus Aleppo stammende Liedform Qadd sind zu hören. Vor allem letztere begeistert die offensichtlichen Kenner im Publikum. Die modale Struktur vieler Stücke kreist um den Grundton; uneingeweihten Ohren fällt es nicht immer leicht, in der zurückhaltenden Darbietung des Ensembles mit Sängerin Joudi Batri die Virtuosität zu erkennen. Mit Gast Ibrahim Keivo, der zur Langhalslaute Saz auch den Vokalpart übernimmt, wird es ekstatischer.

Die Reihe „Weltmusik im Mozartsaal“ richtet den Blick vor allem auf Regionen, aus denen viele Menschen in Deutschland eine neue Heimat suchen. In der neuen Spielzeit 2017/2018 werden Kora-Musik aus Mali und Ensembles aus Kurdistan und dem Maghreb sowie Qawwali-Gesänge aus dem Punjab zu hören sein.

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