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Die Allman Brothers: Butch Trucks (r.) mit Gregg Allman (l.) und Jai Johanny „Jaimoe“ Johanson im Jahr 2010.

Butch Trucks

Den Geist trommeln

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Butch Trucks ist tot. 1969 mit 22 Jahren dabei, als die Allman Brothers gegründet wurden, gehörte er dazu bis zuletzt, vor drei Jahren, als sich die Band verabschiedete, das Publikum in New Yorks Beacon-Theater noch einmal erhitzend.

Auch er war nicht sparsam, so gab er ebenfalls mit vollen Händen – und war in dieser Band nicht allein. Butch Trucks trommelte an der Seite von Jaimoe Johanson. Und wenn Duane Allman und Dickey Betts, etwa für den „Mountain Jam“, der schon zwanzig, zweiundzwanzig Minuten lang das Live-Publikum der Allman Brothers in die ungemein geerdeten Sphären des Southern Rock verschleppt hatte, die Bühne frei machten, nahmen auch die beiden Schlagzeuger ihr Zwiegespräch auf. Fünf Minuten, sieben Minuten, zehn Minuten.

Der Dialog wurde zum Duell, das Duell wiederum zum Duett, die Konversation der Trommler auch zum Zusammenstoß von Blues und Boogie, Jazz und Rock. Was die beiden begnadeten Gitarristen unternahmen, fochten auch die beiden Schlagzeuger aus. Ob „Whipping Post“ oder „In Memory of Elisabeth Reed“ – es blieb auch für Butch Trucks nie beim Kurzauftritt, so sehr er auch aus dem Hintergrund heraus agierte, federnd, herrlich elastisch, bei aller geschmeidigen Kraft und atemberaubenden Kondition.

Butch Trucks ist tot. 1969 mit 22 Jahren dabei, als die Allman Brothers gegründet wurden, gehörte er dazu bis zuletzt, vor drei Jahren, als sich die Band verabschiedete, das Publikum in New Yorks Beacon-Theater noch einmal erhitzend. DVDs zeigen ihn an seinem Schlagzeug, im T-Shirt, in langen Shorts, die Ohren unter korpulenten Kopfhörern. Nein, nicht um Einsiedler, sondern um weiterhin ein Magier zu sein, während nun ein Warren Haynes und ein junges Genie wie Derek Trucks das Erbe enormer Soli hochhielten.

Ja, Auftritt und Zusammenspiel waren feinste Familiensache. So war denn Butch Trucks mit der Seele dabei. Spielend muss er sich gesagt haben: Dem göttlichen Geist des Southern Rock sei’s getrommelt.

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