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Hilary Hahn und die hr-Sinfoniker.
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Hilary Hahn und die hr-Sinfoniker.

Livestream aus dem Sendesaal

Geigerin Hilary Hahn beim hr-Sinfonieorchester: Hinaus geschnipst

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Das hr-Sinfonieorchester und Hilary Hahn senden ein Dvorák-Konzert aus Frankfurt.

Programmkonventionen weichen in diesen Monaten dem Pragmatismus, manchmal sicher auch dem Zufall, aber es kann Schönes daraus erwachsen. Aus dem Sendesaal des HR am Frankfurter Dornbusch ging jetzt ein reines Antonín-Dvorák-Programm in die Welt hinaus, von delikater Feurigkeit, wie sie auch der Solistin Hilary Hahn in besonderem Maße zu eigen ist. Denn zunächst ging es um Dvoráks Violinkonzert, in dem sich die Beteiligten geruhsam, gepflegt und kühlen Blutes ins Furiose hineinspielten. Perfekt erfassten sie so das Intrikate der musikalischen Ereignisse, die mit volkstümlichen Elementen ihr Spiel treiben, sie aber auch immer wieder schamlos fallenlassen, um zu neuer Strenge und Ernsthaftigkeit zu finden.

Eben noch tanzt man praktisch wie verrückt auf den Tischen, dann gilt es schon wieder, die Disziplin zu wahren (ganz abgesehen davon, dass es natürlich ebenfalls einiger Disziplin bedarf, um auf Tischen zu tanzen). Hahn, hier sehr deutlich und begeistert die Erste unter Gleichen, gab ihren Tönen eine Spannkraft, durch die sie wie mit Spiralen in den Raum geschnipst wurden. Dass sie – als Reisende vielleicht besonders vorsichtig – mit Maske spielte, drosselte ihre Kontaktmöglichkeiten nicht spürbar. Es betonte bloß die ausgeruhte Aura, die eine Virtuosin dieses Ranges vermutlich in jeder Lebenslage zur Verfügung haben muss, um ihren anstrengenden Alltag bewältigen zu können. Dass ihr das Orchester lautstark applaudieren konnte: ein tröstliches Geräusch in der in dieser Hinsicht sehr traurigen Sphäre des Livestream-Konzertes.

Statt des Schlussbeifalls

Im zweiten Teil – das Orchester um weitere Bläser aufgestockt – dirigierte Andrés Orozco-Estrada Dvoráks siebte Sinfonie, bei der sich eine sinfonische Massiertheit auftat, wie sie derzeit live („live“) kaum zu erleben ist. Der dräuende Beginn, überhaupt die finster grundierte Stimmung kontrastierten nachher fabelhaft mit einem superben Scherzo und einem tüchtig auftrumpfenden Finale. Orozco-Estradas Begeisterung wog vermutlich mindestens eine halbe Tonne Schlussapplaus auf.

Angesichts der millionenfachen Abrufzahlen, die das hr-Sinfonieorchester mit seinen Streams und Videos erzielt: Nicht nur über den Staat schimpfen, sondern dran denken, an den Nothilfefonds der Orchester-Stiftung zu spenden, mit dem übel dastehenden Freien geholfen wird. Der Weg wird von den Videos aus gewiesen, der Rest ergibt sich von selbst.

Als Video weiterhin via www.hr-sinfonieorchester.de

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