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Augustin Hadelich

Geiger Hadelich in der Alten Oper: Beglückendes Ereignis

  • VonBernhard Uske
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Augustin Hadelich mit Beethoven im Museumskonzert in Frankfurts Alter Oper.

Man hatte ihn schon einmal gehört in einem Museumskonzert in der Alten Oper Frankfurt: den 37-jährigen Augustin Hadelich, wo er mit Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert geigerische Exzellenz bewies. Ein perfekter Musiker, der einen markanten Strich ebenso beherrscht wie dessen Abstufungen hin zu jeder Leichtigkeit, die doch plastisch bleibt. Dazu ein Zeitgefühl, das mit ihm nie durchgeht und die Brillanz der Läufe, Intervallsprünge und Melodiezüge selbst bei höchstem Tempo im Genauen und Pointierten halten kann.

Lyrisch und hymnisch

Jetzt, beim 4. Museumskonzert der Saison 20/21 konnte man das „Ereignis“, wie vor drei Jahren in der FR stand, wieder erleben und sich in seinem Eindruck bestätigt sehen. Beglückt gar, denn die Museumsgesellschaft hat sich das Talent, das mittlerweile in allen musikalischen Zentren auftritt, für diese Spielzeit, neudeutsch als „Artist in Residence“, gesichert. Mehrere Veranstaltungen sind geplant mit dem in gutbürgerlichem Distinktionsbewusstsein „Museumssolist“ Benannten, der seine Visitenkarte in Gestalt Ludwig van Beethovens Violinkonzert abgab. Unaufgeregt, ohne Pseudo-Expressionismus, ganz dem Anspruch des Lyrischen, des Hymnischen und schließlich Tänzerischen der drei Sätze hingegeben.

Das hatte Profil und besonders im Larghetto einige wahrhaft betörende Momente. Virtuos waren die Kadenzen, versonnen die Zugabe des Andantes aus der 2. Sonate Johann Sebastian Bachs.

Das Tutti leitete Michael Sanderling, der Chef des Luzerner Sinfonieorchesters ist. Ein in der Stimmtransparenz genau vorgehender Orchesterleiter, dessen große Stunde nach der Pause mit der 2. Sinfonie von Johannes Brahms schlug. Dass eines der abgespieltesten und auch nach allen interpretatorischen Richtungen hin ausgereiztes Werk noch einmal so fesseln würde! Phänomenal war die Konturierung der unendlichen Bezüglichkeiten der 1877 uraufgeführten Sinfonie, die Sanderling in ihrer Mikro-Ökonomie mit den ständig wahrnehmbaren Abspaltungen und Neubildungen des anfänglichen Themen-Materials präsentierte. Und dabei doch die Makro-Ökonomie der großen, daraus sich entwickelnden Steigerungen, Transformationen und Mutationen als einen unerwarteten Gewinn an Ausdrucksprofilen bescherte.

Das Museumsorchester bot ein herrliches Spektrum seiner Klangquellen, wobei namentlich die Holz- und Blechbläser, die bei Brahms besonders ausgewertet werden, sich als tragende Säulen der Sanderlingschen Souveränität gegenüber dem kompositorischen Mehrwertschöpfer profilierten.

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