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Roger Daltrey (l) und Pete Townshend im Jazzclub Ronnie Scott's in Soho. Foto: Daniel Leal-Olivas
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Roger Daltrey (l) und Pete Townshend im Jazzclub Ronnie Scott's in Soho. Foto: Daniel Leal-Olivas

The Who gehen nochmal auf Tournee

Ende der 1960er Jahre empfand die eine Hälfte der Menschheit die Musik, die gerade aus Großbritannien in alle Welt schwappte, als pure Lärmbelästigung. Die andere würdigte den neuen Stil als hohe Schule musikalischer Kunst und Ausdruck eines neuen Lebensgefühls.

Ende der 1960er Jahre empfand die eine Hälfte der Menschheit die Musik, die gerade aus Großbritannien in alle Welt schwappte, als pure Lärmbelästigung. Die andere würdigte den neuen Stil als hohe Schule musikalischer Kunst und Ausdruck eines neuen Lebensgefühls.

Wie kaum eine andere Band standen The Who für dieses Scheiden der Geister - die Band, die immer lauter, brutaler, verrückter als die Rolling Stones sein wollte. Die Band von Londoner Arbeiterkindern erhob das Zertrümmern ihrer Musikinstrumente auf der Bühne zum Stilelement - und ging deswegen in den finanziell kümmerlichen Anfangsjahren beinahe pleite.

Auch fast 50 Jahre nach ihrer Gründung im Herbst 1964 - damals unter dem Namen The High Numbers - lassen sich The Who noch von den Stones inspirieren. Nach den großen Liveerfolgen von Mick Jagger und seinen gealterten Mitstreitern wollen auch Pete Townshend und Roger Daltrey noch einmal große Hallen füllen. Am Montag kündigten sie in London zum Bandjubiläum eine große Jubiläumstournee durch ihr Heimatland Großbritannien an. Und wie, als ob sie es beweisen müssten, spielten sie vor versammelter Presse-Schar gleich ein paar Lieder. Oder besser: Sie schmetterten sie.

Roger Daltrey hat im Alter von 70 Jahren wenig von seiner Stimmgewalt verloren. Und Pete Townshend ist auch an der Akustik-Gitarre zu Hause. Im Jazzclub Ronnie Scott's in Soho, dort wo The Who 1969 den Start ihrer legendär gewordenen und von den Kritikern geliebten Rockoper «Tommy» verkündeten, wollten die beiden verbliebenen Gründungsmitglieder der Band auch den «Beginn eines langen Abschieds», wie Daltrey es nannte, in die Welt tragen. Am 30. November soll die Tour zum 50. Bühnenjubiläum starten, nach neun Konzerten am 17. Dezember in London enden.

Dass die älteren Herren, einst Ikonen der Mod-Bewegung, es noch können und auch mit 70 noch Live-Publikum anziehen, hatten sie schon im vergangenen Jahr bewiesen. 40 Jahre nach der Uraufführung ließen es The Who mit der Rockoper «Quadrophenia» noch einmal krachen. «Wir sind wirklich glücklich, dass uns die Leute noch sehen wollen», sagte Townshend am Montag. Dennoch ist beiden The-Who-Gründern bewusst: «Es wird nicht für alle Zeiten gehen.» «Wir können nicht für immer auf Tour gehen», sagte Frontmann Daltrey, der in dem Song «My Generation» die Zeile sang: «Ich hoffe ich sterbe, bevor ich alt werde.»

Für zwei Mitglieder der Originalbesetzung ist diese Prophezeiung wahr geworden. Der gefeierte Schlagzeuger Keith Moon starb 1978 an einer Überdosis Medikamente, der für seine stoisch Spielweise von den Fans geliebte Bassist John Entwistle erlitt 2002 einen tödlichen Herzinfarkt, nachdem er Kokain konsumiert hatte.

Für ihre neue Tournee wollen die alten Rock-Hasen noch einmal in ihrer Hitkiste kramen. Weithin bekannte Stücke wie «Won't Get Fooled Again» oder «Pinball Wizard» sollen dabeisein, ebenso wie unbekanntere Stücke «Wir werden immer wieder von Fans aufgefordert, wir sollen doch auch einmal die unbekannteren Dinge spielen», sagte Townshend. Für den virtuosen Gitarristen ist die Karriere noch lange nicht vorbei. Er plant offenbar, noch einmal ein Album aufzunehmen. «Ich habe Roger drei Rohaufnahmen geschickt und glücklicherweise fand er sie nicht schlecht», sagte der 69-Jährige schmunzelnd. (dpa)

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