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Die bulgarische Sopranistin Krassimira Stoyanova.

Liederabend mit Krassimira Stoyanova

Hin zur ganz großen Oper

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Der andere große bulgarische Sängerinnen-Name neben Vesselina Kasarova ist Krassimira Stoyanova, die bei der Liederabend-Konzertreihe der Frankfurter Oper gastierte: Ein Sopran mit Gewicht.

Der andere große bulgarische Sängerinnen-Name neben Vesselina Kasarova ist Krassimira Stoyanova, die bei der Liederabend-Konzertreihe der Frankfurter Oper gastierte: ein Sopran, der gewissermaßen um einen metallischen Kern kreist, den er nie in scharfer oder bleckender Direktheit trifft, der aber durchgängig in der vokalen Haptik zu spüren ist. Ein Sopran also mit Gewicht, bestens ausgebildet in allen Lagen, so als wäre das Timbre emailliert. Homogen ist die Färbung selbst dort, wo die Gesangslinie in fragile Höhen führt. Der Kollegin Kasarova ist das ebenbürtig, die allerdings einen ganz anderen Umgang mit den Stimmregistern pflegt.

Krassimira Stoyanova bot jetzt ein Programm, das von Frankreich über Italien bis Russland führte. Charles Gounods klassizistisches Format lag mit seinen fließenden Melodiebögen der Sängerin sehr, wenngleich ihr die Dramatik Gaetano Donizettis noch mehr Gelegenheit bot, drastische, ja operale Gestaltungsmittel einzusetzen. Fast zu dicke kam das bei "Die Mutter und das Kind", wo man schon die veritable Opernbühne sich unter Stoyanovas Füßen drehen wähnte.

Geschürt wurden solch hochdramatische Effekte von Jendrik Springer, dem pianistischen Begleiter. Mit heftiger Direktheit und punktgenauer Tastensetzung ging der 32-Jährige für traditionelles Liedverständnis ungebührlich weit. Im Effekt aber waren, spätestens bei den Liedern Peter Tschaikowskys und Sergej Rachmaninows, die donnernden Tastenläufe und drastischen Akkordsetzungen die perfekte Unterstützung für eine ausbrechende Dramatik, die den Liederabend schließlich zu einem Opernliederabend machte.

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