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Olga Scheps Alte Oper

Mit ganz anderen Ohren

David bleibt immer beweglich: Das Orchestra della Svizzera italiana mit der Pianistin Olga Scheps in der Alten Oper Frankfurt.

Von Bernhard Uske

Für den Kenner und Liebhaber außergewöhnlicher Aufnahmen hat der Name Orchestra della Svizzera italiana einen elektrisierenden Klang, sind doch mit dem Klangkörper des Tessiner Rundfunks in Lugano ein Beethoven-Zyklus samt Probenmitschnitten unter Hermann Scherchen entstanden. Einer der profilreichsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts spielte da 1964 schon in Originaltempi mit einem bis zur Weißglut hochgepeitschten Ensemble, das auch mit Künstlern wie etwa Igor Strawinsky bedeutsame Aufnahmen hinterlassen hat.

Gut 40 Musiker waren das damals und in dieser Größe tritt man auch 50 Jahre später auf, was jetzt im Großen Saal der Frankfurter Alten Oper zweierlei bewies: man kann als David sehr gut die Schwere eines orchestralen Goliaths unterlaufen und zugleich mit üppigstem, immer schlank und beweglich bleibendem Klang triumphieren.

Wunderbar gewobene Muster

Seit letztem Jahr ist der 1971 in München geborene Markus Poschner Chefdirigent des OSI. Ein Musiker, der in der Lage ist, ungewöhnliche Eindrücke dort zu vermitteln, wo man alles schon zu kennen meint. Franz Schuberts 8. Sinfonie, die „Große C-Dur-Sinfonie“, ist so ein guter alter Bekannter und ein solcher blieb sie auch jetzt im Gastspiel bei Pro Arte. Aber man erlebte diesen mit ganz anderen Ohren.

Die Bewegungsweisen der Streicher, die Schubert hier ausstellt, mit ihren periodischen Motiv-Impulsen und gestoßenen marcia-Rhythmen in wunderbar verwobenen Mustern hatten auf einmal einen Reiz, der, sei’s antiphonal, sei’s korrelativ zu den kreiselnden Akkordbildungen der Holzbläser stand; immer wieder unterbrochen und überstrahlt von den enorm exponierten (und grandios aufspielenden) Hörnern, die wie eine Persönlichkeit in der Menge erschienen.

Eine Art rein-orchestrale Sinfonia Concertante, die nur aus Tanz- und Lauffiguren zusammengehalten schien. Ein riesiges Tableau aus Atmosphäre, Figurinen und Idiomen folkloristischer und antiquarischer Herkunft. In größter Präsenz der einzelnen Stimmen, mit sauberster Tektonik und schönsten Artikulationsfeinheiten.

Im 3. Klavierkonzert Ludwig van Beethovens hatte zuvor Olga Scheps mit einem nicht zu harten, aber auch nicht umwölkten Ton sehr beredt ihre makellose Technik samt einem feinen Gespür für Übergänge präsentiert. Beethovens „Egmont“-Ouvertüre hat den großen Abend der Radio-Sinfoniker aus der italienischsprachigen Schweiz eingeleitet, Gioacchino Rossinis „Barbier von Sevilla“-Ouvertüre brillant beendet.

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