Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Dirigent Constantinos Carydis.
+
Dirigent Constantinos Carydis.

Museumsorchester Alte Oper Respighi

Frische Wasser-Thematiken

Ein grandioser Museumskonzert-Ausklang in der Alten Oper mit Ottorino Respighis „Fontana di Roma“: Constantinos Carydis leitete das Museumsorchester hellwach und am Limit.

Von Bernhard Uske

Beim Verlassen der Alten Oper, nach dem Museumskonzert, achtete man genauer auf den Lucae-Brunnen und seine statuarische Wassersäule samt der Rundum-Wasserschürze. Und auch auf den wenige Schritte dahinter quellenden Marshall-Brunnen Toni Stadlers. Zumindest diese beiden hydro-choreografischen Frankfurter Auftritte wären es wert, vertont zu werden, wie es Ottorino Respighi mit den „Fontana di Roma“, die der 1879 geborene Komponist in den zwanziger Jahren kreierte, tat. Vier römische Wasserspender sind der Inhalt der poema sinfonico, darunter so illustre Namen wie „Fontana di Trevi“ oder „Fontana di Villa Medici al tramonto“. Die Sätze sind interessante Monumente einer Ästhetik des Eklektizismus, die man 60 Jahre später post-modern genannt hätte. Intonation Alter Musik, zeitgenössische Repetivität, romantischer Melodiebogen, aufgetüftelte tonartliche Legierung. Alles in einem nicht zu Gemüt- und Biederlichkeit tendierenden Duktus. Es ist Musik unter freiem Himmel, keine des bürgerlichen Espressivo-Intérieurs.

Fließbewegungen

Und damit vom italienischen Futurismus nicht ganz entfernt, denkt man an die Wasser-Thematiken bei Gustav Mahler oder Sergej Rachmaninow. Fließbewegungen, überbordende, verrinnende, Spiegelglätte erzeugende, aufschießende sind der Gegenstand des Interesses, so wie es in den vier sinfonischen Dichtungen über die Pinien der ewigen Stadt die stummen floralen Zeugen als Resonanzfiguren der Katakomben-Stille, des caesarischen Triumph-Lärms und des Vogelgezwitschers sind. Letzteres lässt der Komponist wie musique concrète von einer Geräusch-Schallplatte (von Concert Record Grammophone) abspielen.

Ottorino Respighi war der großartige, ja grandiose Ausklang der Museumskonzerte-Saison. Er zeigte die Musiker in blendender Verfassung unter der alle Reserven herauskitzelnden Leitung von Constantinos Carydis. Der 40-jährige, griechischstämmige Dirigent war genauso intensiv bei den leisesten und versonnensten wie bei den berstenden, den Großen Saal regelrecht zuletzt unter Feuer setzenden Momenten. Er ist ein Interpret, der hellwach und gleichsam am Limit operiert, also auf größte Konturiertheit auch beim kleinsten Vorgang achtend.

Das machte sich auch beim Violinkonzert von Johannes Brahms sehr gut und führte sowohl zu manifestativen als auch extrem beruhigten, ja abgehobenen Partien. Solistin Arabella Steinbacher passte mit ihrem wunderbar plastischen und konturierten Ton und ihrem Vermögen, endlose, zarteste Linien zu bilden, blendend dazu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare