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„Jazz gegen Apartheid“

Freiheit in der Musik, in der Gesellschaft

„Jazz gegen Apartheid“: Jazzer erinnern an den Südafrikaner Johnny Dyani, der am 26. Oktober 1986 in Frankfurt gestorben ist.

Von Stefan Michalzik

Was für eine fiebrig-drangvolle Musik! Strotzende Intensität, von der ersten Sekunde bis zum letzten Ton! 1986 hatte der exilierte südafrikanische Bassist Johnny Dyani in Frankfurt das Projekt „Jazz gegen Apartheid“ gegründet, am 26. Oktober des gleichen Jahres ist er gestorben, kurz nach dem ersten Konzert.

Mit den ersten freien Wahlen aller Südafrikaner 1994, aus denen Nelson Mandela als erster schwarzer Ministerpräsident des Landes hervorging, ist das Apartheidsregime gefallen – „Jazz gegen Apartheid“ gibt es nach wie vor: Aus Anlass des dreißigsten Todestages von Johnny Dyani, spielte im Frankfurter Gallus-Theater eine Gruppe von Musikern eine Reihe seiner Kompositionen, einzelne haben selbst noch mit ihm zusammengearbeitet; eine kleine Tour durch Stadt und Region und darüber hinaus schließt sich an.

In den Kompositionen von Dyani, der Mitglied der legendären Blue Notes um Louis Moholo wie auch später Teil des Trios von Dollar Brand war, zeichnet sich das Umfeld des musikalischen wie politischen Aufbruchs in den sechziger Jahren ab. Moderator Jürgen Leinhos von der Projektgruppe Kultur im Ghetto, die die Konzerte gemeinsam mit der Jazzinitiative ausrichtet, apostrophierte ihn als Geschichtsschreiber.

Die Musik wirkt frappierend gegenwärtig und aus dem Moment geschöpft; herausfordernd kündet sie von einem utopisch-realen Verlangen. Das ist keine „Kampfmusik“, vielmehr setzt sie Freiheit gegen Strenge und Zwang, in einer Einheit von gesellschaftlichem und ästhetischem Programm. Es handelt sich um einen aus afrikanischer Tradition schöpfenden Free Jazz, mit diskreten Rückbindungen an den Blues.

Hitzige Zwiesprachen

Das Kraftzentrum im fulminanten, hymnisch eindringlichen Tuttigetümmel stellt der südafrikanische Trompeter Claude Deppa dar; immer wieder kommt es in dem achtköpfigen Solistenensemble zu hitzig aufgeladenen Zwiesprachen in der Vorderlinie: Neben Deppa sind das Tobias Delius, Tenorsaxofon und Klarinetten, Daniel Guggenheim, Tenor- und Sopransaxofon, und Allen Jacobson an Posaune und Euphonium.

Mit perkussiver Verve weitet der Bassist John Edwards die klanglichen Grenzen des Instruments. Polyrhythmische Energieschübe besorgt das Schlagzeugdoppel um Makaya Ntshoko und Janusz Maria Stefanski.

Von bewundernswert beiläufiger Leichtigkeit ist das harmonisch dichte Spiel von Christopher Dell am Vibraphon. Ein phänomenal beflügeltes Konzert – im Zeichen vitaler Dyani-Pflege.

?Jazz gegen Apartheid? in der Region: 26.10. Bessunger Knabenschule in Darmstadt, 28.10. main-forum, IG Metall Haus in Frankfurt.

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