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Album

Frankfurt Jazz Trio: „In Concert“ – Zeit für die alten Sachen

  • VonStefan Michalzik
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Bestrickend dicht, ohne Eskapaden: Das Frankfurt Jazz Trio blickt zurück auf dem Album „In Concert“.

Auch für das Frankfurt Jazz Trio waren die Möglichkeiten in den vergangenen 14 Monaten eingeschränkt. So hat Thomas Cremer, der federführende Schlagzeuger des Ende der neunziger Jahre gegründeten Ensembles, Liveaufnahmen aus schon ein wenig länger zurückliegender Zeit durchgehört und das Album „In Concert“ daraus zusammengestellt. Es sind, anders als auf der letzten Studioproduktion „20“ (2018), überwiegend Standards, die das Repertoire ausmachen, Nummern von Hoagy Carmichael, Gordon Jenkins, Robert MacGimsey, Ornette Coleman und Victor Young; eigene Kompositionen sind in der Minderzahl.

Die musikalische Haltung des Frankfurt Jazz Trios, nach nur einem frühen Wechsel langjährig besetzt mit Cremer, dem Pianisten Olaf Polziehn und Martin Gjakonovski am Bass, ist traditionsbewusst auf Basis des modernen Mainstreams – rückwärtsgewandt ist sie nicht.

Da ist eine bestrickende Dichte in den zahlreichen Momenten des Balladentons auf dem neuen Album. Atmosphärisch ausschwingend Gordon Jenkins’ „Good Bye“, in der feingliedrigen Harmonik auf dem Klavier steht Olaf Polziehns „Honesty“ der späten Romantik nahe. Ein groovender Swing ist das Kennzeichen der Anverwandlung von Victor Youngs „Love Letters“. Die pausendurchsetzte Kantigkeit und konstruktive Strenge in Ornette Colemans „Folk Tales“ steht auf der anderen Seite des Spektrums.

Das Album

Frankfurt Jazz Trio: In Concert. FJP 1010.

Der kommentierende Bass

Eher kommentierend als begleitend sind die Linien von Martin Gjakonovski am Bass, in der Zurückhaltung präsent ist das klangbewusst schattierungsreiche Spiel von Thomas Cremer auf dem Schlagzeug. Das Tun dieses famosen Trios ist eskapadenfrei, es findet seine eigenen fokussierten, zeitgenössischen Wege des Umgangs mit den Referenzquellen, über eine formal abgesicherte Eloquenz hinaus.

Mitgeschnitten worden sind die acht Nummern bei drei Auftritten, einem Konzert im Studio am Rande der Aufnahmen für das Album „No.3“ (2008) mit Repertoire aus ebendiesem sowie als Rundfunkaufnahmen beim Festival der Bremer Jazzinitiative und beim Hessischen Jazzpodium 2012. Bei dieser Gelegenheit war Thomas Cremer mit dem Hessischen Jazzpreis ausgezeichnet worden.

Spuren hat Thomas Cremer, Jahrgang 1948, reichlich hinterlassen: er spielte in den Bands von Hans Koller, Heinz Sauer, Bob Degen, bei Uli Beckerhoff und Günter Lenz. Über seine Ensembles hinaus hat er zusammen mit Wilson de Oliveira im Jahr 1986 die Frankfurt Jazz Big Band initiiert, zudem gehörte er zu den Gründern der Frankfurter Jazzinitiative. Interessanterweise ergibt der Vergleich mit den Studioaufnahmen der Stücke aus „No.3“, dass sich das Frankfurt Jazz Trio auch im Studio wie „live“ anhört.

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