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Kings Of Leon.
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Kings Of Leon.

Neue Alben

Foo Fighters und Kings Of Leon: Rock, rührend

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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„Medicine At Midnight“ und „When You See Yourself“: Neue Alben der Foo Fighters und der Kings Of Leon, die nicht mehr aus den Abspielgeräten rauswollen.

Von Lieblingsbands gibt es immer dieses eine Album, das besonders großartig war. Bei den Foo Fighters war es „One By One“ (2002), auch wenn sie es offenbar mit einem Toaster aufgenommen hatten, so sehr übersteuert da alles, und natürlich die zum Weinen schöne zweite Hälfte von „In Your Honor“ (2005).

Bei den Kings Of Leon war es unwiderlegbar „Only By The Night“ (2008), jedes Lied ein Wunder, jede Erinnerung an die zugehörige Tournee ein mittelschwerer Schweißausbruch und ein heftiger Wadenkrampf. Nein, zwei.

Jetzt haben beide Bands etwas Neues veröffentlicht. Wir hören mal rein.

„When You See Yourself“ ist das achte Studioalbum der Kings Of Leon aus dem Süden der USA, und es ist wieder ein Fest für die Freundinnen und Freunde einfallsreicher Bassgitarristen. Was Jared Followill da mit den dicken Saiten macht, das hätte sicher jeder musikalisch Gleichgesinnte gern mal in seiner Band gekonnt: dem Ganzen Grund und Größe verleihen – und Melodie und Magie. Anbetungswürdig.

Die Kings Of Leon bringen noch immer Alben zustande: Das ist gut!

Schön auch, dass immer noch Alben der Kings Of Leon erscheinen, denn Jareds Bruder Caleb, Sänger der Band, schaute lang und tief in Gläser und Flaschen, was der Stimmung in der Familie und dem Vorankommen der Band nicht sehr guttat. Familie, weil: Drei der Musiker sind Brüder, der vierte, Nathan, der Schlagzeuger, ist ihr Cousin, und alle heißen Followill. Beziehungsweise: Alle heißen Kings Of Leon, weil der Großvater Leon mit Vornamen hieß. Es ist schon irgendwie rührend.

Die Alben

Kings Of Leon: When You See Yourself. Sony Music.

Foo Fighters: Medicine At Midnight. Sony Music.

Die Musik: geht sofort rein. „The Bandit“ und „100,000 People“: Songs mit Hitgarantie. Schöne Gitarrenriffs, Calebs grandiose, ein bisschen raureifhafte Stimme. Zu praktisch jedem Lied passt ein Film mit einem Pickup, der über eine amerikanische Landstraße fährt, offenes Fahrerfenster, Ellenbogen des Fahrers, hintendrauf ein Schäferhund. Alles etwas heller als einst, etwas gefälliger, etwas weniger dramatisch, man wird ja älter, weniger stadionrockig als früher. Aber schön.

Ziemlich beste Feuerwehr: die Foo Fighters

Schon zwei Studioalben weiter sind die Foo Fighters aus Seattle: „Medicine At Midnight“ ist ihr zehntes, und weil es schon seit Februar auf dem Markt ist, war es auch schon im Februar praktisch überall auf Hitparadenplatz eins. Man mag es manchmal gar nicht glauben, wenn man das Radio einschaltet und ausschließlich jammende Jünglinge singen hört und elektronische Verhunzungen unserer Lieblingspopsongs von einst, aber ja: Es gibt da noch mehr, es gibt richtig gute Musik da draußen, Jeschäftsfreunde, und sie ist auf Platz eins, und wir kriegen trotzdem jeden Morgen diesen Mist um die Ohren gehauen. Entschuldigung.

Die Foo Fighters sind ziemlich beste Feuerwehr, energiemäßig gesehen, was vor allem an Dave Grohl liegt. Eigentlich nicht zu fassen, seine Karriere. Einst Schlagzeuger bei Nirvana, und dann muss man erst mal verkraften, dass sich Kollege Kurt Cobain umbringt, und dann muss man erst mal Gitarrist und Sänger statt Schlagzeuger werden, und dann muss man erst mal solche Songs schreiben.

Die Gitarrenlinie in „Cloudspotting“ schrieb Grohl schon vor 25 Jahren, wie er dem Onlinemagazin „Loudwire“ verriet. Schon fühlen sich Männer weltweit in ihren Garagen (und ihrer Haltung) bestätigt, lieber nichts wegzuschmeißen – irgendwann kannst du’s doch noch mal gebrauchen.

Es ist die Mischung aus knackigen Rocksongs mit Grunge-Restgeschmack und hochsensiblen Klängen, die die Band ausmacht – manchmal in einem einzigen Lied vereint, etwa „Waiting On A War“. Und nein, Grohl hoffte nicht, dass es Krieg gibt, seit er klein war, er wollte eigentlich nur jeden liebhaben. Ambivalenz aushalten im Leben. So wichtig.

Auch dieses Foo-Fighters-Album ist schon wieder eins, das nicht mehr aus dem Abspielgerät rauswill und aus dem Kopf. Zeit nehmen fürs Musikhören. Eigentlich lohnt es sich immer.

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