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Pete Seeger ist tot. Foto: Skip Bolen

Folklegende Pete Seeger gestorben

Der legendäre Folk-Musiker Pete Seeger ist tot. Im Alter von 94 Jahren starb der Sänger, Aktivist und Politrebell, der mit "Sag mir, wo die Blumen sind" (Where Have All the Flowers Gone) die Hymne der Friedensbewegung schrieb, am Montag in New York in einem Krankenhaus.

Der legendäre Folk-Musiker Pete Seeger ist tot. Im Alter von 94 Jahren starb der Sänger, Aktivist und Politrebell, der mit "Sag mir, wo die Blumen sind" (Where Have All the Flowers Gone) die Hymne der Friedensbewegung schrieb, am Montag in New York in einem Krankenhaus.

Das bestätigte seine Familie der "New York Times". Seeger hatte auch als Komponist mit Songs wie "If I Had a Hammer" oder der Gospel-Interpretation "We Shall Overcome" Weltruhm erlangt. Kollegen und Kritiker würdigten Seeger, der als Schlüsselfigur der amerikanischen Folk-Musik galt. Er war Mentor und Vorbild für Stars wie Bob Dylan und Don McLean.

"Er hat an die Macht der Gemeinschaft geglaubt und daran, dafür einzustehen, was wichtig ist, und auszusprechen, was falsch ist", sagte US-Präsident Barack Obama am Dienstag laut einer vom Weißen Haus verbreiteten Mitteilung. Der Präsident lobte Seegers Engagement für Arbeiter- und Bürgerrechte genauso wie seinen Einsatz für Weltfrieden und Umweltfragen. "Wir werden Pete Seeger immer dafür dankbar sein, uns daran zu erinnern, woher wir kommen, und uns zu zeigen, wohin wir gehen sollen."

Seeger habe den Folk in den USA wiederbelebt, schrieb die "New York Times". "Er war ein Meister der Folkmusik und des Kampfes für soziale Veränderung." Obwohl der große und schlaksige Musiker mehr als 100 Alben veröffentlichte, bei Konzerten große Hallen ausverkaufte und auch für US-Präsidenten spielte, blieb er stets bescheiden.

Seinen kommerziellen Erfolg nutzte Seeger, um auf Umweltprobleme und politische Missstände hinzuweisen. "Mein Job ist es, zu zeigen, dass es gute Musik auf dieser Erde gibt und dass sie helfen kann, den Planeten zu retten, wenn sie richtig eingesetzt wird", sagte er 2009 der "New York Times". Der frühere US-Präsident Bill Clinton beschrieb ihn einmal als einen Sänger, "der sich traute die Dinge so zu besingen, wie er sie sieht".

Geboren wurde Seeger 1919 in eine Musikerfamilie in New York. Bald begann er, Ukulele zu spielen und wechselte dann zum Banjo, das sein Hauptinstrument werden sollte. Eigentlich wollte Seeger Journalist werden und ging auf die Eliteuniversität Harvard an der US-Ostküste, aber die Liebe zur Musik war zu stark. Er begann mit verschiedenen anderen Musikern durch die USA zu touren und nahm schließlich ein erstes Album auf. Später war er Teil des erfolgreichen Quartetts The Weavers.

Mit seiner Musik protestierte Seeger erst gegen den Zweiten Weltkrieg, dann gegen den Vietnam-Krieg und setzte sich stets für Frieden, Freiheit und die Bürgerrechts- und Arbeiterbewegung ein. Wegen seines Aktivismus kam er häufig mit den US-Behörden in Konflikt.

Der vielfach preisgekrönte Seeger war bis ins hohe Alter aktiv und hatte noch im vergangenen Jahr auf der Bühne gestanden. "Ich klopfe einfach einen Rhythmus, spiele ein paar Akkorde und sage "Kommt Leute, ihr kennt dieses Lied." Bald singt dann das Publikum mir vor", sagte er einmal in einem Interview.

Seegers Frau Toshi, die ihn als Filmemacherin und Umweltaktivistin jahrzehntelang unterstützt hatte, war im Juli, kurz vor dem 70. Hochzeitstag des Paares, gestorben. Seeger hinterlässt zwei Töchter und einen Sohn sowie mehrere Enkel.

Kollegen und Wegbegleiter würdigten Seeger per Kurznachrichtendienst Twitter. Schauspieler und Musiker Steve Martin bezeichnete ihn als "amerikanischen Helden in vielerlei Hinsicht" und ergänzte: "Ich habe mir sein Buch "Wie man das fünfsaitige Banjo spielt" mit 16 gekauft." Filmemacher Michael Moore schrieb: "Er sprach es aus und sang es und lebte es vor. Unsere Wege kreuzten sich oft und ich bin dadurch zu einem besseren Menschen geworden." (dpa)

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