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Neue Musik

Ensemble Modern in der Alten Oper Frankfurt: Momente der Verliebtheit

  • VonBernhard Uske
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Werke von Mirela Ivicevic, Yair Klartag und Samir Amarouch mit dem Ensemble Modern.

Am Wochenende wurden im Münchner Prinzregententheater die Förderpreise der Ernst von Siemens-Musikstiftung verliehen, und da im vergangenen Jahr wegen Corona die Preisvergabe ausfiel, waren es heuer gleich sechs, die in den Genuss wohldotierter Preise kamen. Direkt danach konnte das Frankfurter Publikum des Ensemble Modern im Mozart Saal der Alten Oper drei der Erwählten (eine Frau, zwei Männer) erleben mit offensichtlich für ihre Ästhetik typischen Werken.

Denn es gab vor jeder Darbietung einen von der Siemens-Stiftung produzierten Film zu sehen, der die Künstlerin beziehungsweise die Künstler in ihrer Lebenswelt zeigte und sie auch zu Wort kommen ließ. Was sie sagten, wich durchaus ab von dem hohen Ton, den die Neue Musik in ihrer Kommentarfunktion gerne von Stapel lässt. Im Traum wäre man bei Mirela Ivicevic (Jahrgang 1980) „Sweat dreams“ nicht darauf gekommen, dass der grelle, spitze und schlagkräftige Ton des Werks sich auf intra-uterine Erfahrungen fötaler Existenz bezieht. Die 1980 in Split Geborene scheint sich aber auf diskursive Klingeltöne der Gegenwart zu verstehen, hat sich mit Queerness und Otherness beschäftigt und ist Mitbegründerin eines Ensembles „für radikale und kompromisslose Musik unserer Zeit“. Dafür klang dann alles doch sehr typisch und vorhersehbar rabiat.

Da hatte sich Yair Klartag (Jahrgang 1985) mit „Rationale“ klug aus der Affäre der Differenz von Wort und Ton gezogen, indem er auf Sätze Maimonides’ über die Unerforschlichkeit der Kontingenzerfahrung des Menschen Bezug nahm und undurchschaubaren Klang werden ließ. Ein musikalischer Kommentar zu den von Einat Aronstein schön gesungenen Sentenzen des im 12. Jahrhundert lebenden jüdischen Philosophen.

Gnadenlose Verve des EM

Der dritte Name im Programm, das unter der Leitung des engagiert agierenden David Niemann stand, war Samir Amarouch: ein in Paris lebender Komponist, 1991 geboren. Sein Werk „Electronica B – Minor Crush“ will Momente der Verliebtheit, „eines flüchtigen Blicks, eines Lächelns“, thematisieren. Kardiologische Besessenheitsmomente waren das, die klangen wie Vorhofflimmern. Mit Extra-Systolen und jagenden Pulsen.

In hoher und höchster Lage in Fortissimo war das ein Testfall für die Wahrnehmung einer größtmöglichen Obertonkompression, der sich mit gnadenloser Verve die Mitglieder des Ensemble Modern hingaben.

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