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Kris Kristofferson im Juni in Somerset, England.
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Kris Kristofferson im Juni in Somerset, England.

Kris Kristofferson

Die einfachen, aber richtigen Worte

  • VonStefan Michalzik
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Kris Kristofferson unterhält mit einem Abend voll Wärme und Nostalgie in der Frankfurter Jahrhunderthalle.

Ein großartiger Sänger ist Kris Kristofferson immer nur auf einer höheren Ebene gewesen. In Abwandlung eines einst auf Bob Dylan geprägten Wortes ließe sich sagen: „Nobody Sings Kristofferson Like Kristofferson“. So schmal der Umfang seiner Baritonstimme gewesen sein mag, der Umgang damit ging in einer bruchlosen Art mit dem Ideal einer lässig-existenzialistischen Männlichkeit einher, die er in seiner großen Zeit in den siebziger Jahren verkörpert hat.

81 Jahre ist Kris Kristofferson inzwischen alt. Er hat sich, ungeachtet seiner Drogen- und Suff-Vergangenheit, solide gehalten. In seiner Art entspricht er immer noch dem Typus des sanftmütig charmanten Mannsbilds. Der Singer/Songwriter und Country-Outlaw mit dem Karrierezweig Schauspieler gehört außerdem zu den prototypischen Figuren aus der Gründerzeit seines Genres. Ein weiteres Mal hat er nun ein Konzert in der Frankfurter Jahrhunderthalle gegeben. Dünn und brüchig ist die Stimme inzwischen, oft geht es darum, irgendwie die Kurve zu kriegen. Der Faszinationskraft schadet das nicht.

Im Kern ist das ein Abend mit Kristofferson allein an der akustischen Gitarre (und mal auch der Mundharmonika) gewesen. Am Anfang und am Ende hat er sich wie seit einigen Jahren schon für ein paar Lieder von der brillanten Düsseldorfer Kristofferson-Coverband Rocket to Stardom begleiten lassen, die mit ihrer zurückhaltenden Präsenz alles richtig macht und zugunsten eines modernen Americanasounds vom angestammten Rockabilly absieht.

Ganz still ist es im bestens gefüllten Saal bei den meisten Liedern, mitunter gar ist kaum noch eines der leuchtenden, filmenden Mehrzweckdinger im Anschlag – was man heute wohl als höchsten Moment der weltlichen Andacht verstehen muss. „Take the ribbon from your hair...“ – oft genügen schon die ersten Worte (hier die von „Help Me Make It Through the Night“) für einen Applaus des Wiedererkennens. Früh schon taucht „Me and Bobby McGee“ auf, der von Janis Joplin berühmt gemachte und für die Hippieära wohl ikonographischste Song Kristoffersons. Es sind die einfachen, aber die richtigen Worte, die wenigen, aber die richtigen Akkorde, aus denen Kristofferson seine Klassiker geschöpft hat. Mit „Why Me“ geht zum Schluss der Schwenk zum christlichen Bekenntnis. „Please Don’t Tell Me How the Story Ends“ in der Zugabe kündet vom Wissen, dass dieses Beisammensein ein letztes gewesen sein kann.

Hier und da streut Kristofferson eine knappe humorige Bemerkung ein. Er ist, dem Augenschein nach zumindest, noch immer mit Lust bei der Sache. Ja, es war ein Abend voller Wärme und naturgemäß auch Nostalgie. Und ihm haftete ganz und gar nichts Klebriges an.

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