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Souveräne Einsätze: Solist Heinz-Dieter Sauerborn, Ivan Lins und Dirigent Jim McNeely (v.l.).

hr-Big Band

Eines Mädchens Herz

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Der brasilianische Sänger Ivan Lins begeistert mit der hr-Big Band im Sendesaal.

Es ist ein Abend der guten Laune im hr-Sendesaal, ein brasilianischer Abend durch und durch. Hauptverantwortlicher dafür: der brasilianische Gast der hr-Big Band, Ivan Lins, Star der Música Popular Brasileira.

Zehn eigene Songs hat Lins an diesem Abend im Gepäck, arrangiert vom Chefdirigenten der hr-Big Band, Jim McNeely. An die brasilianischen Klänge, insbesondere in Lins’ Gesang, muss sich das mitteleuropäische Ohr erst gewöhnen. Doch spätestens mit dem souveränen Einsatz seiner Kopfstimme in „Pra Alegrar Coroção de Moça“, zu Deutsch „Eines Mädchens Herz glücklich machen“, kann Lins überzeugen.

Genauso wie mit seiner dynamischen Bandbreite. Während er in „Cantor da Noite“ die Töne ganz sanft heraushaucht und seinen Gesang oftmals wie aus der Ferne unter das Spiel von Band und Solisten legt, dominiert er an anderer Stelle die Band mit seinen lauten, kräftigen Tönen. Sein Spiel am Keyboard bleibt dagegen eher unauffällig. Nur in wenigen Stücken kommt es zur Geltung. Am meisten präsent ist es in der Anfangspassage von „Começar de Novo“, einem der letzten Stücke des Abends. Oftmals spielt das Keyboard jedoch nur eine begleitende Rolle.

Das Zusammenspiel von Band und Gast - sehr harmonisch. Deutlich ist die Begeisterung zu spüren, die nicht nur die Musiker für Lins’ Musik empfinden zu scheinen - vor allem Percussionist Marcio Doctor konnte sich in den brasilianischen Werken ausleben. Auch Lins selbst ist beeindruckt von den Musikern und deren Dirigenten: „This big band is very special and this arranger is a killer“, stellt er gleich zu Anfang des Abends klar. Dass die Chemie zwischen den Musikern dort auf der Bühne stimmt, ist nicht nur am Hörerlebnis zu erkennen. Ivan Lins geht auf in seiner Musik und in dem Spiel der Band. Jeder Instrumentalpart und jedes Solo wird von ihm sichtlich genossen. Die Freude an der Musik ist auf der Bühne deutlich zu spüren.

Die Solisten der hr-Big Band zeigen an diesem Abend, wie durchgehend hoch ihre Qualität ist. Allen voran Saxophonist Tony Lakatos, der schon während der ersten Töne seines Solos Applaus und Jubel erntet. Aber genauso Martin Auer am gefühlvollen Flügelhorn.

Nahezu jedes Bandmitglied hat in Lins’ Stücken, wie auch in dem dreiteiligen Medley aus Klassikern von Jobim, mit dem das Publikum nach der Pause empfangen wird, die Gelegenheit, sein Können zu präsentieren. Anerkennung gibt es dafür später nicht nur vom Publikum. Auch Lins macht schon während der Soli keinen Hehl aus seiner Begeisterung, wenn er anfängt, mitzusingen und die Instrumente zu imitieren - ohnehin ein Hauptbestandteil seines Gesangs, was der Nicht-Brasilianer im Publikum aufgrund mangelnder Portugiesisch-Kenntnisse dankbar zur Kenntnis nimmt.

Am Ende des Abends bleiben brasilianische Lebensfreude, Spaß und Dankbarkeit - sowohl vor als auch auf der Bühne.

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