Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

HR-Sinfoniker

Eine Hammondorgel im All

  • VonBernhard Uske
    schließen

Das HR-Sinfonieorchester mit zwei Peter-Eötvös-Werken in der Alten Oper Frankfurt.

Zwei allerneueste Kompositionen von Peter Eötvös, dem 73-jährigen und für drei Jahre zur Zusammenarbeit mit dem HR-Sinfonieorchester berufenen Exponenten der Neuen Musik, standen auf dem Programm des HR-Konzerts in der Alten Oper Frankfurt. „Dialog mit Mozart – Da capo für Orchester“ von 2014/16 erklang unter Leitung des Komponisten als Deutsche Erstaufführung und wirkte wie ein Nachleben der vor gut dreißig Jahren Aufmerksamkeit erregenden Polystilistik, der das Collagieren von fremden Klangfiguren am Herzen lag. Die Haltung war damals schon ein, wenn auch etwas struppiger, Nachfahre neo-klassischer Beweglichkeiten. Gegenstand bei Eötvös waren liegengebliebene Fragmente aus Wolfgang Amadeus Mozarts Schublade, jetzt divers instrumentiert und in einem mehr oder weniger kurzweiligen Kontext dynamischer und rhythmischer Aggregate ausgestellt.

Zuvor hatte sich Peter Eötvös als sensibler Mozart-Dirigent erwiesen mit der Ouvertüre zur „Entführung aus dem Serail“. Das bestens präparierte Orchester, geführt wie eine große Janitscharen-Kapelle, mit scharf resonierendem Schlagwerk und spitzen Piccoloflötentönen. Dazwischen in schönstem Kontrast okzidentaler Beseelung die belmontische Konstanze-Adoration.

Max Reger, der „Akkordarbeiter“ und „Selberaner“, wie er sich spöttisch gegenüber Brahms-, Wagner- oder sonstigen -ianern nannte, hat in Form der „Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132“ ebenfalls einen Dialog mit Mozart geführt: mit dessen Variationenthema aus der A-Dur-Klaviersonate. Wunderbar balanciert zwischen kompositorischem Eigensinn und der mozartschen A-Dur-Physiognomie: eine begreifbarere, anrührendere Gesprächsführung. Eötvös dirigierte fast bedächtig und ließ das Moment des Zarten und Luftigen besonders in den Streichern eher außen vor.

„Multiversum“ war der Titel des zweiten Eötvös-Stücks – gerade erst ist es in der Hamburger Elbphilharmonie aus der Taufe gehoben worden. Ein klangüppiges, weiträumiges Geschehen, an dem, neben viel Schlagzeug, auch die Saal-Orgel (mit Iveta Apkalna) und eine Hammond-Orgel (mit László Fassang) beteiligt waren.

Verklanglicht wissen will der Komponist Theorien über das Weltall, über Quantenmechanik und Relativität. Man gedachte der Zeiten, als kybernetische, chaostheoretische oder molekularbiologische Sachverhalte Komponisten erregten und das Publikum eher kalt ließen. Hier erklangen immerhin attraktive Instrumental-Legierungen. Nicht zuletzt dank der Hammond-Orgel, die dem Multiuniversalkunstwerk ein heimeliges, spaciges Timbre verlieh.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare