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Pegi Young mit ihrem damaligen Ehemann Neil beim Sundance Film Festival 2006 in Park City.

Pegi Young

Eine Freundin der Menschen

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Die Philanthropin und Sängerin Pegi Young ist tot. Die Musikerin und Ex-Ehefrau von Neil Young starb an Neujahr im Alter von 66 Jahren im Kreise ihrer Familie.

Die Band, mit der Pegi Young zuletzt aufgetreten war, hatte sie The Survivors genannt, die Überlebenden. Ein Name, der wohl nicht nur ironisch gemeint war, sondern aus dem auch einiges an Bitternis spricht. Als Überlebende des Lebens, wie es nun einmal spielt, hatte sie sich fühlen müssen, als sich ihr Mann Neil Young 2014 nach 36 Ehejahren von ihr scheiden ließ, um mit der Schauspielerin Daryl Hannah zusammen zu sein.

In einem Interview äußerte sie damals, sie wären zwar ein auch schwieriges Paar gewesen, aber sie hätte „in einer Million Jahren“ nicht damit gerechnet, dass sie sich jemals trennen würden. Es sei ein riesiger Schock für sie gewesen, den sie auf dem Album „Raw“ zu verarbeiten suchte. Die Titel der Songs erzählen alles: „Why“, „Gave My Best To You“, „Too Little Too Late“, „Lonely“, „You Won’t Take My Laugh Away From Me“. Ihr Lachen hat sie sich nicht nehmen lassen. Doch sind es nun traurigerweise ihre letzten Lieder. Am 1. Januar ist Pegi Young im Alter von 66 Jahren gestorben. Den Krebs überlebte sie nicht.

Geboren 1952 in Nordkalifonien war Margaret Morton, wie sie zunächst hieß, ein Mädchen wie aus einem Hippietraum, selbstbewusst, klug, hübsch: „Her long blonde hair flying in the wind“, ihre langen blonden Haare flogen im Wind, wenn sie mit dem Motorrad über den Highway rollte, wie es Neil Young in seinem Song „Unknown Legend“ beschrieb, den er ihr 1992 gewidmet hatte. Es ist auch heute noch, nach allem, eine wunderschöne Liebeserklärung an seine damalige Frau: „She used to work in a diner. Never saw a woman look finer.“ Bevor sie sich in jener Bar kennenlernten, in der Pegi, wie sie sich nun nannte, als Kellnerin jobbte, hatte sie ein Jahr lang allein mit ihrem Hund und ihren Katzen in einem Tipi gelebt. Der Natur fühlte sie sich als Aktivistin der Umweltbewegung auch später besonders verbunden.

Doch sollte sie ihre Bestimmung weder als Baumpatin, Sängerin, noch Frau eines Rockstars finden, Pegi Young war Philanthropin in des Wortes wahrer Bedeutung, eine Freundin der Menschen. Mehr als drei Jahrzehnte lang engagierte sie sich für körperlich und geistig eingeschränkte Kinder. Als 1978 ihr Sohn Ben geboren wurde, stellte sich heraus, dass er, wie auch Neil Youngs erster Sohn Zeke, an Zerebralparese litt, einer Bewegungsstörung, die durch eine frühe Hirnschädigung hervorgerufen wird. Nachdem sie sich als Eltern mit diversen Therapieformen beschäftigt hatten, gründeten Neil und Pegi Young 1986 das Projekt Bridge School, das stark behinderte Jungen und Mädchen auf dem Weg ins Leben begleitet. Bei Benefizkonzerten für ihre Schule, die 30 Jahre lang von Pegi Young organisiert wurden, spielten die Größen der Rock- und Countryszene.

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