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Ed Sheeran
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Superstar und super Kumpel: Ed Sheeran.

Folge 5

Ed Sheeran: Fortsetzung des Pop-Märchens

Aus dem Pub in die Stadien: Ed Sheerans Erfolgsgeschichte ist ein fast unglaubliches Pop-Märchen. Auch auf seinem neuen Album setzt der britische Superstar im Titel wieder ein Zeichen.

Berlin - Es muss sich derzeit sehr gut anfühlen, Ed Sheeran zu sein. Knapp drei Jahre ist der Brite inzwischen offenkundig glücklich verheiratet, seit kurzem Vater einer kleinen Tochter, anerkannt und beliebt bei prominenten Kollegen von Taylor Swift über The Weeknd bis zu Elton John.

Und nicht zuletzt ist er der momentan erfolgreichste Singer-Songwriter der Welt, mit Alben in Millionen-Auflage und milliardenfach gestreamten Liedern - ein Gitarrenmann, der vor gut zehn Jahren noch in Pubs spielte und jetzt Stadien ausverkauft.

Im Interview gibt der vierfache Grammy-Gewinner dann auch noch so überzeugend den freundlichen Knuddelbären, dass man sich irgendwann bang fragt, ob ein so märchenhaft perfektes Musiker-Leben wirklich wahr (oder doch nur inszeniert) sein kann.

Der mit Spannung erwartete fünfte Sheeran-Longplayer dürfte an den positiven Vibes des Superstars aus Halifax in England wohl wenig ändern - ein neuer Triumph ist für den 30-Jährigen quasi programmiert.

Die ersten daraus veröffentlichten, raffiniert auf den globalen Markt zugeschnittenen Lieder kündigten bereits einen weiteren riesigen Album-Hit an. Die Gitarrenballade „Visiting Hours“ zeigte erneut seine Qualitäten als gefühlvoller Sänger - das bisschen Gospel-Kitsch ließ sich verschmerzen. Zwei Singles mit modischen Elektro-Beats und Ohrwurmmelodien wurden dann zu weltweiten Abräumern.

„Bad Habits“ belegte nahezu überall den Spitzenplatz der Hitparaden - fast 200 Millionen Abrufe bei Youtube und mehr als 585 Millionen Streams bei Spotify zwischen Juni und Oktober, das schafft derzeit kaum ein anderer Popmusiker. „Shivers“ steuert seit September auf eine ähnliche Hit-Größenordnung zu, auch dieser Song wurde bei Spotify schon weit über 160 Millionen Mal abgerufen.

Man muss kein Prophet sein für die Annahme, dass unter den anderen elf Stücken des vom Plattenlabel vorab wie ein Kronjuwel bewachten neuen Sheeran-Albums noch mehr Volltreffer sind. Vielversprechende Songtitel wie „The Joker And The Queen“, „Stop The Rain“, „Overpass Graffiti“ oder „Love In Slow Motion“ sollten sich die Fans schon mal für ihre Playlists vormerken.

Erneut hat Sheeran die Platte mit einem mathematischen Zeichen benannt: Sie heißt „=“, im Englischen ausgesprochen als „equals“. Nach dem Debüt „+“ (2011), „x“ (2014) und „:“ (2017) war das „No. 6 Collaborations Project“ (2019) ein Zwischenschritt - nun nimmt der Sänger seine ungewöhnliche Albumtitel-Serie wieder auf.

Apropos Serie: Wie auf einer perfekten Perlenschnur reihen sich die bisherigen Erfolgsalben des Sängers, der 2017 mit gerade mal 26 Jahren von Prinz Charles die Auszeichnung „Member of the Order of the British Empire“ (MBE) erhalten hatte. In seiner Heimat kamen alle vier bisherigen Studiowerke seit 2011 auf Platz 1, in den USA immerhin drei davon, in Deutschland zwei. Eines ist also klar: Vor diesem Weihnachtsfest wird der schwierige Weg an die Charts-Spitze für die Konkurrenz weltweit immer über Ed Sheeran führen.

Dabei wirkt dieser Star auch in seinen jüngsten Auftritten so normal wie nur möglich. T-Shirt, schwarze Cargo-Hose, Sneaker - so kreuzte Sheeran im September zum RTL-Interview auf. Dort erzählte er, dass seine Frau Cherry „montags und dienstags“ arbeite, und dass sein größtes Glück Töchterchen Lyra sei: „Ich liebe es, Vater zu sein. Es ist einfach das Beste.“

In Corona-Zeiten sei er sogar wieder öfter unerkannt durch den Alltag gekommen: „Ich fahre in England U-Bahn, trage nur die Maske. Und niemand denkt: 'Ah, das ist Ed Sheeran.' Die Menschen glauben, das ist einfach nur irgendein Rothaariger.“

Diese Bodenständigkeit hatte Sheeran schon in seinem bisher größten Single-Erfolg „Shape Of You“ (2017) betont - im Text des Liebesliedes trat er als prima Kumpel auf, der für private Kontaktanbahnungen den Tresen einer Tanzfläche vorzieht: „The club isn't the best place to find a lover/So the bar is where I go...“.

Man könnte sich mittlerweile über einige recht kalkulierte Sounds in den neuen, alle Stilgrenzen überschreitenden Sheeran-Hits mokieren (manche Popkritiker tun das auch). Aber man muss anerkennen, dass diese Lieder gut komponiert und toll gesungen sind - und im Vergleich mit anderem Charts-Futter wohltuend geerdet klingen. Auch wenn man immer seltener hört, dass sich Ed Sheeran mal am nordirischen Blues- und Soul-Veteranen Van Morrison orientiert haben soll.

Ob das neue Album „=“ (equals), das auch sehr persönliche Themen wie Vaterschaft („Tides“), Verlust („Visiting Hours“) oder das Festhalten an einer langen Beziehung beschreiben soll, den bisherigen Erfolg nochmals übertrifft? Die Chancen auf einen üppigen Tonträgerverkauf in den Wochen bis Weihnachten sind jedenfalls nicht schlecht.

Sheerans Glückssträhne ist allerdings, das betont er gelegentlich bei aller Bescheidenheit, auch hart erarbeitet: „Ich habe in den letzten paar Jahren ungefähr 230 Songs geschrieben“, verriet er kürzlich dem Magazin „GQ“. „Man muss in einem regelmäßigen Schreibfluss sein - wie wenn man einen Muskel trainiert. Es ist für mich tägliche Praxis.“

Und wie schätzt er selbst das aktuelle Ergebnis „=“ (equals) ein? „Zuallererst soll sich diese Platte wie eine warme Umarmung anfühlen.“ Einfach ein netter Kerl, dieser Ed Sheeran. dpa

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