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Bunt und Schrill: Der Auftritt des österreichische Sänger Andreas Gabalier.

Echo-Verleihung 2015

Echo-Gala im Zeichen des Unfassbaren

Mit der Echo-Verleihung feiert sich die deutsche Musikindustrie jedes Jahr selbst. Mit einer Schweigeminute soll an die Opfer des Flugzeugabsturzes erinnert werden, Echo-Sponsor Germanwings sagt seine Teilnahme als Reaktion auf das Flugzeugunglück ab.

"4U9525 - In tiefer Anteilnahme" steht auf schwarzem Hintergrund über dem Logo von Germanwings. Als bei der Echo-Gala in Berlin Stars und Halbpromis über den roten Teppich schreiten und sich vor die Sponsorentafel den Fotografen stellen, bleibt das Unfassbare ihr Begleiter. Zwei Tage nach dem Flugzeugunglück in den französischen Alpen soll sich am Donnerstagabend die Musikbranche feiern. Doch in den Messehallen will Partystimmung nicht so richtig aufkommen.

Zwar gab es vor der Verleihung des wichtigsten deutschen Musikkpreises vereinzelt Stimmen, die eine Absage wünschten. "The show must go on" - so hat dagegen der Bundesverband Musikindustrie als Veranstalter entschieden. Auch die ARD hält an der Planung fest und wollte die Preisgala mit Barbara Schöneberger als Moderatorin live im Ersten übertragen - nach dem "Brennpunkt" über die Tragödie in Frankreich.
Nach großem Feiern werde wohl den wenigsten zumute sein, hatte Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, noch im ARD-Morgenmagazin gesagt. "Die Stimmung ist professionell, aber gedämpft."

Anders als in früheren Jahren stehen weniger junge Fans am roten Teppich. Vor der Hallle wehen die Fahnen auf halbmast, auf der Bühne sollten 150 Kerzen scheinen - eine für jedes Absturzopfer.

"Ich bin hier, um zu feiern", sagt Rapper Farid Bang ("Killa"), der in der Kategorie Hip-Hop/Urban nominiert ist, selbstbewusst. Udo Lindenberg breitet derweil seine Arme aus, geht auf die Zuschauer am Rand zu, zeichnet Männchen auf die ausgestreckten Autogrammhefte.

Der 68-Jährige gehört zu den Großen in der Echo-Show. Auch Herbert Grönemeyer und Deichkind werden erwartet. Der Musikpreis wird in rund 30 Kategorien vergeben. Die große Favoritin ist wie im vergangenen Jahr Helene Fischer, die gleich in vier Kategorien dabei ist. Viermal kann auch Andreas Bourani ("Auf uns") hoffen. Er könnte beispielsweise bester Künstler Rock/Pop national werden.
Andreas Gabalier freut sich derweil, "als Österreicher" in der deutschen Hauptstadt zu sein und führt dabei seine Lederhosen vor. "Vielleicht sehnen sich auch viele Berliner und Berlinerinnen nach einer alpenländischen, heilen Welt", sagt er.

Jan Josef Liefers ist diesmal nicht als Schauspieler, sondern als Musiker da. Seine Band Radio Doria gehört zu den Nominierten. Liefers klingt nachdenklich. "Die After-Show-Party kann ich mir nur schwer vorstellen", sagt er. "Ich habe Zweifel, ob hier heute Abend wirklich die Korken fliegen." (dpa)

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