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Donovan bei einem Fototermin 2009. Am heutigen 10. Mai feiert er seinen 75. Geburtstag.
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Donovan bei einem Fototermin 2009. Am heutigen 10. Mai feiert er seinen 75. Geburtstag.

Geburtstag

Donovan wird 75: Das milde Gelb

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Dem britischen Musiker Donovan zum 75. Geburtstag.

Es gibt eine Szene in D.A. Pennebakers Dokumentarfilm „Don’t Look Back“, in der Bob Dylan 1965 in einem Londoner Hotel eine aufgekratzte Gemeinschaft um sich herum versammelt. Leute aus seinem Management und Freundeskreis, dazu Fans, die es geschafft haben, in diese erlauchte Gruppe vorzudringen. Der junge Dylan ist nervös und streitlustig, aber alle scheinen zu ahnen, dass sie der sprunghaften Entfaltung eines künstlerischen Genies beiwohnen. Mit zur Szenerie gehört auch der 20-jährige Folksänger Donovan, der auf Dylans Gitarre artig ein Lied zum Besten geben darf: „To Sing For You“, ein kleines Stück, das den Hörern eine Art homöopathische Heilwirkung verheißt.

Ein paar Szenen weiter schnappt sich Dylan das Instrument und singt „It’s All Over Now, Baby Blue“. Der Kontrast könnte größer nicht sein, und in diesem Sinne sind die Ausschnitte auch als interkontinentaler Sängerwettstreit aufgefasst worden. Zumindest in den USA vermochte Donovan sich nie von der Etikettierung zu lösen, ein schottischer Dylan zu sein.

Dabei entstammte Donovan Phillips Leitch einer ganz anderen Tradition und hatte zu der Zeit bereits veritable Hits in den britischen Charts platziert. „Catch The Wind“ und „Colours“ waren eingängige Folk-Parabeln, sanft-melodiös und hintersinnig. Mit der pazifistischen Hymne „Universal Soldier“, ebenfalls 1965 erschienen, hatte Donovan bewiesen, dass er das stark nachgefragte Genre des Protestsongs bestens zu bedienen weiß. „Universal Soldier“ stammte von Buffy Sainte-Marie, der kanadischen Songschreiberin indianischer Abstammung, die es für eine geringe Prämie an einen der damals typischen Musikverlage abgegeben hatte und es später für einen weitaus höheren Betrag zurückkaufte.

Erweiterung der Single

Für Donovan indes war der Handel aufgegangen, denn das Lied über Kriegsgeschäft und individuelle Verantwortung blieb sein Markenzeichen. Bald darauf aber begab er sich auf den Hippie-Trail, Hits wie „Mellow Yellow“ und „Hurdy Gurdy Man“ waren bereits von esoterischer Gefühligkeit geprägt, nach einer Begegnung mit dem berühmten Guru Maharishi Mahesh Yogi vertiefte er diese Erfahrung. Ausdruck der Bewusstseinserweiterung, die auch die Beatles genossen hatten, war 1969 das Album „Barabajagal“, das den Sprechgesang über den Untergang des sagenumwobenen Atlantis enthielt, mit dem Donovan zugleich die Zweiminuten-Limitierung jener Jahre für Singles beendete. „The continent of Atlantis was an island ... .“

Den Kontakt zur Musikbranche gab Donovan nie auf, widmete sich aber zunehmend spirituellen Projekten und unternahm Ausflüge ins Filmgeschäft. Nach dem Tod seines Freundes, des Stones-Gitarristen Brian Jones, heiratete er dessen Freundin Linda und adoptierte deren gemeinsame Tochter. Zusammen mit Linda lebt Donovan inzwischen in Irland, wo er am heutigen Montag seinen 75. Geburtstag feiert.

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