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Dolores O'Riordan.
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Dolores O'Riordan.

The Cranberries

Dolores O'Riordan ist tot

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Die Erfolgsgeschichte der Cranberries hat einiges damit zu tun, die intime Bindung an den traditionellen Irish Folk endlich hinter sich zu lassen. Ein Nachruf auf Sängerin Dolores O'Riordan.

Vermutlich rührte der Einfall mit dem Kreuz von ihrem Vornamen Dolores her, der Schmerzensfrau. In dem Video ihres Hits „Zombie“, mit dem die Cranberries in den 90er-Jahren plötzlich weltberühmt wurden, posierte Dolores O‘Riordan in einer Kreuzigungsszene, die aber kontrastiert wurde mit goldfarben geschminkten Gesicht der Sängerin, das an eine ägyptische Göttin erinnerte. Ein Spiel mit Symbolen, lieber ein paar mehr als zu wenig.

Und natürlich ging es in „Zombie“ auch um den irischen Bürgerkrieg. Waffentragende Soldaten, in Trümmern spielende Kinder, Häuserwände mit den Insignien der IRA, der irisch-republikanischen Bürgerkriegsarmee. Daraus ging nicht ganz eindeutig hervor, ob es sich um eine Heldensaga handeln sollte oder doch eher um den symbolischen Ausdruck eines Antikriegsgefühls. „25 Years of resistence“ stand auf einer Hauswand. Dolores O’Riordan verlieh dem Song eine raue, fast trotzige Stimme, die in ihrer kämpferischen Intonation aber doch nie die melodiöse Grundbotschaft verlor, die insbesondere Roch und Pop, made in Ireland, zu bieten hat.

Das selten einfache Popstarleben

Wer wie Dolores O’Riordan in Limerick, in der flachen Mitte Irlands, geboren wurde, kann einer nachhaltigen musikalischen Prägung vermutlich kaum entkommen. Überall hört man den Sound hoch tönender Tin whistles“, den kleinen Blechflöten, die irgendwie über der Landschaft zu liegen scheinen. Und so hat die Erfolgsgeschichte der Cranberries auch einiges damit zu tun, genau diese intime Bindung an den traditionellen Irish Folk endlich hinter sich zu lassen. Das Bedürfnis schlummert in jeder bombastischen Soundlinie der Band U2, war aber in verfeinerter Form immer auch bei den Cranberries zu hören, denen Dolores O’Riordan ein unverwechselbares Gesicht gab, das sich mal pechschwarz, mal blond in einer strengen Kurzhaarfrisur zeigte.

Bereits mit dem Debutalbum „Everybody Else Is Doing It, So Why Can´t We“ von 1993, auf dem auch die erste Single „Linger“ zu hören war, sicherten sich die Cranberries eine treue Fangemeinschaft, die Zeit schien reif für dieses neue Popgefühl von der Insel. Der Hit „Zombie“ war dann erst auf der zweiten Platte „No Need To Argue“, in den folgenden 15 Jahren verkauften die Cranberries rund 40 Millionen Tonträger. Für Dolores O’Riordan aber knüpfte sich daran keine ungebrochene Erfolgsgeschichte. Es folgten Trennungen, Schicksalsschläge und Wiedervereinigungen – das ganz normale, selten einfache Popstarleben.

Dolores O’Riordan war mit Don Burton, den Tourmanager von Duran Duran verheiratet, mit ihm hat sie vier Kinder. Als 2003 ihre Schwiegermutter starb, bedeutete das vorübergehend auch das Ende der Cranberries, die Ehe mit Burton zerbrach schließlich 2014. Kurz darauf versuchte sich O’Riordan aber noch einmal an einem Neustart der Band. Eine Tournee führte sie im vergangenen Mai auch in den Admiralspalast, aber da waren die Cranberries nur noch ein Schatten ihrer gloriosen Bandgeschichte. Dolores O’Riordan wirkte dabei scheu und zerbrechlich. Die Sängerin ist nun im Alter von 46 Jahren gestorben, ihre Familie bat die Fans und die Medien ausdrücklich darum, die Privatsphäre zu wahren.

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