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Musik

Die Liebe und der Tod

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Konstantin Krimmel und Daniel Heide beim Liederabend aus dem Bockenheimer Depot

Konstantin Krimmel, Jahrgang 1993, war im kurzen Opernherbst 2020 in Wiesbaden ein sagenhafter Figaro, auch weil fesche Jugendlichkeit und eine große, gerade in der Tiefe opulente Baritonstimme eine unalltägliche Verbindung sind. Mit seinem regelmäßigen Klavierpartner Daniel Heide kam er jetzt für ein Duett im Bockenheimer Depot zusammen, beim stimmungsvoll ausgeleuchteten Liederabend der Oper Frankfurt.

Mutig begann er mit Franz Schuberts Kunstliedevergreen „Der Wanderer“, der seine Stimme in ihrer Schönheit und schwingenden Breite zur Geltung brachte, bevor eine ungewöhnlich hektische Sehnsucht ausbrach, eine nicht ganz orthodoxe und auch nicht ganz überzeugende, aber lebendige und technisch versierte Lesart des Geschehens.

Für den Beethoven-Zyklus „An die ferne Geliebte“ konnte er die Lust an jähen Stimmungsumschwüngen noch besser nutzen, am Ende des ersten Liedes stürmisch sich zum „liebend Herz“ bekennen, am Ende des dorthin zurückkehrenden letzten Liedes dann verzögern, als sollte es nie zu Ende gehen. Sollte es selbstverständlich auch nicht. In den heute wunderlich erscheinenden nahtlosen Übergängen war Heide ein zarter, präziser Anführer und Solist.

Unsere Seite und die andere

Zwischen Franz-Liszt-Liedern lag der zweite Schwerpunkt, noch ein ungewöhnlicher Sechs-Nummern-Zyklus, vielleicht der bleibendste Eindruck des Abends. Ralph Vaughan Williams’ „The House of Life“ beruht auf Gedichten des englischen Autors und Malers Dante Gabriel Rossetti. In einer kleinen Einführung erwähnte Krimmel, wie sich hier eben alles zwischen „unserer Seite“ und der anderen Seite bewege. Die andere Seite ist der Tod, und Krimmel sagte das so freundlich und selbstverständlich, wie es Rossetti vermutlich getan hätte.

Über allem liegt ohnehin die Liebe, die sich im fünften Lied in Frauengestalt und schönster präraffaelitischer Manier als Tod zu erkennen gibt, „I and this Love are one, and I am Death“, ich und diese Liebe, wir sind eins, und ich bin der Tod. Das dazugehörige Lied, „Death-in-Love“, ist eines der besonders markanten des ohnehin markanten, Effekte nicht scheuenden, aber geschmackssicher einsetzenden Zyklus. Das Feierliche liegt Krimmel ebenso wie die bezaubernde, einer Britten-Oper würdige Kraft der Nr. 3, „Love’s minstrels“. Ausgeklügelt und spannend deklamierte er hier den geheimnisvollen Dialog.

Nicht umsonst heißt Krimmels Lieder-CD-Debüt „Saga“ (von 2019, leider ohne Vaughan Williams), das Erzählerische ist sein Feld. Noch in Liszts „Gebet“ lässt er am Ende hören, wie ein Bariton „so leicht, so leicht“ vom Boden abheben kann. Die pfiffige Regie ließ an dieser Stelle von oben auf die beiden Musiker schauen. Auch wenn das Live der Coronaära-Livestreams seine eigene Stimmung hat, ist es gut, dass das Konzertvideo zugänglich bleibt.

Das Video findet sich direkt auf Youtube oder via www.oper-frankfurt.de

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