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Die Frankfurter Singakademie: Engel und Wotan

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Von: Judith von Sternburg

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Verschollenes Bild von Johann Sebastian Bach wieder aufgetaucht
feu_bachpraline.jpg © Rolf Zöllner/epd

Die Frankfurter Singakademie beim Weihnachtskonzert der Museumsgesellschaft in der Alten Oper.

Schlank und energiegeladen vermittelten sich die Weihnachtsoratoriums-Kantaten I bis III beim abendlichen Weihnachtskonzert der Frankfurter Museumsgesellschaft. Die Frankfurter Singakademie wird seit 2015 von Jan Hoffmann geleitet, der auch Kapellmeister am Gießener Stadttheater ist, so dass er ein kleines fittes Ensemble vom dortigen Philharmonischen Orchester mit in die Alte Oper brachte. Chor und Orchester taten sich unter seiner Anleitung zu einer bewegten und auch beweglichen Klangformation zusammen, eine partnerschaftliche Kräfteverteilung. Johann Sebastian Bachs Musik blieb zwar ein Konzertereignis, bekam aber auch etwas vom altmodisch wirkenden Vergnügen gemeinsamen Musizierens zurück. Dazu passten die gut gewichteten Stimmgruppen, wer Soprane im Chor immer schon beneidet hat, der wurde angesichts dieser gepflegten Strahlkraft grün. Leichte Verschiebungen beim Verrücken der Klangmassen erhöhten nur den Eindruck von Lebendigkeit.

Vom solistischen Vokalquartett mussten zwei in letzter Minute ausgetauscht werden. Wie geplant schraubte Annika Gerhards sich in den engelischen Höhen, Stefanie Schaefer übernahm souverän den Altpart. Johannes Strauß war ein behender Evangelist. Simon Bailey imponierte als zweiter Einspringer in der Bass-Rolle, die er als Opernsänger nachgerade wotanisch anging. Eine Freude für sich.

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