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Diana Ross.
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Diana Ross.

Diana Ross

Diana Ross „Thank You“: Als wäre die Zeit stehengeblieben

  • VonPhilipp Kause
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Diana Ross will es mit einem neuen Album noch einmal wissen und sagt „Thank You“.

Dank ist einer dieser Werte, die im Koordinatensystem von Diana Ross einen festen Platz haben. In neuen Songs wie „All Is Well“ und „Thank You“ äußert sie ihn ausgiebig. Schon mit den Supremes in den Sechzigern und solo in den Siebzigern ließen sich der Detroiterin Merkmale der Verbundenheit attestieren: „Reach Out and Touch (Somebody’s Hand)“ – heute nur mit Desinfektion denkbar – lautete ab 1970 ein Motto bei Dianas Auftritten, und auf „Thank You“, ihrer aktuellen LP, zitiert sie diesen alten Text sogar. Die Sonne scheine, und die Düsternis wolle sie aus dem Herzen verbannt wissen, singt sie in „In Your Heart“. Liebe rundherum zu verbreiten, ist ihr immer noch ein großes Anliegen. Ihre Stimme: mädchenhaft, klar. Klingt nach einer unbekümmerten jungen Frau, die zu den Sternen aufschaut, alles für möglich hält.

Früher an vorderster Front

Ross hat wahrhaft viel errungen. Erfolg, Anerkennung, Geld, eine Karriere als afroamerikanische Frau an vorderster Front des Musikbusiness, damals als die Rassentrennung in den USA Gesetz war. Ross erwarb sich das Privileg, einige der schönsten Songs des Motown-Labels als erste vorgelegt zu bekommen; zuverlässig verwandelte sie diese in schillernde Interpretationen. Heute ist sie 77. Und hat einen neuen Job.

Das Album:

Diana Ross: Thank You. Universal Music.

Denn erstmals schreibt sie an den Stücken auch mit – so behaupten es zumindest die Songwriting-Credits. Ein emanzipatorischer Schritt? Unabhängiger zumindest als früher. Die Credits zählen fast 30 weitere Namen. Viel für 13 Songs, darunter auch „Count On Me“ aus der Feder ihrer Tochter Rhonda. Dennoch, trotz vieler Köche und stilistischer Spreizung von Club-Beats bis königlichem Streichorchester, wirkt die Platte wie aus einem Guss.

Der zugehörige Sound zeigt sich wenig an die Motown-Historie angelehnt, noch weniger an die Zeit der letzten großen Diana-Hits mit Nile Rodgers („Upside Down“, „My Old Piano“) oder Bee Gees („Chain Reaction“). Echte Instrumente schafften es jenseits breitflächig verteilter Synth-Loops und Drum-Programmings nur punktuell auf die Platte. Das Temperament etlicher Tracks mutet an, als wären sie Musicals entnommen. Derweil sieht Diana Ross auf dem Cover-Artwork so aus, als habe man ein Bild von 1980 aufgelegt. Gesangliche ätherische Höhenflüge beweisen allerdings, dass die Entertainerin ihr Handwerk beherrscht, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Mag man abseits des euphorisch geträllerten, vorweihnachtlichen, Beatles-verwandten „Time To Call“ Stücke mit Hit-Potenzial vermissen – der alte Slogan „Stop, Look, Listen (to Your Heart)“ zählt. Diana hörte auf ihr Herz. Das sagte, dass sie’s nochmal wissen will. 1999 erschien ihr letztes Album mit neuem Studiomaterial, 2006 ein Duett mit Rod Stewart, ansonsten: Lange Pause. Nun bedankt sich die Sängerin. Ihr Stellenwert in der Musikgeschichte ist bemerkenswert, Soul-Stars wie Anita Baker, Janet Jackson, Whitney Houston hatten Diana Ross bereits als Vorbild vor der Nase.

Andere anzufeuern – das will auch „Let’s Do It“, quasi ein neues „Ain’t No Mountain High Enough“. „Come Together“ vollendet den thematischen Bogen, appelliert an die Gemeinschaft. Diese Frau bleibt unübertroffen in ihrem kirchlich geprägten Idealismus und ihrem geschliffenen Vokal-Vortrag.

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