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Deutscher Pianistenpreis

Der Pianist, der Neues zu Beethoven sagt

  • VonBernhard Uske
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Das Schlusskonzert des Internationalen Deutschen Pianistenpreises mit Dmitry Ablogin

Könnte es sein, dass bei einem Wettbewerb, wo das Publikum entscheiden soll, weniger die Qualität des Spiels als die Wahl des Stücks den Ausschlag gibt? Beim 10. Internationalen Deutschen Pianistenpreis 2021, dessen Schlusskonzert im Großen Saal der Frankfurter Alten Oper stattfand, konnte man auf den Gedanken kommen.

Hier traten zwei bereits bei früheren Entscheidungen siegreiche Solisten an, um den mit 3000 Euro dotierten FAZ-Publikumspreis zu erringen. Der Grand Prix des neu zu kürenden Siegers, den eine Experten-Jury vergibt, ist dagegen mit 20 000 Euro dotiert und wird namens des Wettbewerbsausrichters, des Internationalen Pianoforums Frankfurt, vergeben.

Hier griffig, dort kleinteilig

JeungBeum Sohn trat mit Peter Tschaikowskys b-Moll-Konzert an und Dmitri Levkovic mit dem 2. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow. Das erstere fast plakativ in den Charakteren, motivisch griffig und mit durchschlagenden Höhepunkten. Das letztere formal ausladender, in der Bewegung zahlloser kleinteiliger und sich ständig abspaltender Motive unübersichtlicher und zerfließender.

Jedenfalls erhielt Sohn, der vehement und rhythmisiert spielte, per Smartphone-Abstimmung im Saal und der via Live-Stream Zugeschalteten den Preis. Levkovich hatte eine dem fließenden Habitus des Rachmaninow-Werks angelehnte Interpretation vorgelegt und zugleich den kleinteiligen Motiv-Konstruktivismus exponiert. Höchst souverän unterstützt von Josep Caballé Domenech, dem Leiter der Tuttis. Das wurde bestritten von der Philharmonie Baden-Baden, die bei allen Beiträgen einen markanten Eindruck hinterließ.

Das galt besonders für das Werk, mit dem der Sieger des Wettkampfs der insgesamt 100 Bewerber auftrat: Ludwig van Beethovens 4. Klavierkonzert. Gespielt von Dmitry Ablogin, der an der Gnessin Akademie in Moskau bei Wladimir Tropp und an der Frankfurter Musikhochschule bei Jesper B. Christensen ausgebildet worden ist.

Ablogin spielte das Beethoven-Konzert, von dem man dachte, zu ihm sei alles bereits gesagt, auf ungewöhnliche Weise. Sie war gekennzeichnet von schweifender Verhaltenheit und pointierter Detailarbeit zugleich, die den Bechstein-Flügel in einen Ausdrucksträger subtilster und ganz innenbesetzter Haltungen verwandelte. Nicht umsonst hat sich Ablogin mit historischen Instrumenten intensiv auseinandergesetzt, und die Baden-Badener Philharmoniker kamen dem neuartigen Klang der Abloginschen Feinartikulation mit einem ebenso genau differenzierten Spiel – diesmal unter der Leitung Gerald Mairs, der auch bei Tschaikowsky leitete – auf treffende Weise nach.

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