Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der neue Chefdirigent Alain Altinoglu dirigiert das HR-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt.
+
Der neue Chefdirigent Alain Altinoglu dirigiert das HR-Sinfonieorchester in der Alten Oper Frankfurt.

HR-Sinfonieorchester

Das HR-Sinfonieorchester feiert 40 Jahre Alte Oper Frankfurt: Vehementer Schumann und beseelter Bach

  • VonBernhard Uske
    schließen

Zum 40. Geburtstag der Alten Oper: Das HR-Sinfonieorchester mit Alain Altinoglu und das Duo Omer Klein und Avi Avital.

Vierzig Jahre ist die Alte Oper in Betrieb, und da das 1944 bei Bombenangriffen zerstörte Frankfurter Opernhaus 1981 an Goethes Geburtstag als Konzert- und Kongresshaus wiedereröffnet worden war, wurde nun das erste Konzert der Saison 2021/22 als eine Art Wiedereröffnungswiederholung zu feiern. Wieder am Geburtstag des großen Sohnes der Stadt. Mit einem wegen Corona-Hygiene etwas schmallippigen Programm, das einige latente Bezüge zum Haus aufweisen konnte.

Eigentlich aber diente das Jubiläumskonzert der Vorstellung des neuen Chefdirigenten des den Abend bestreitenden HR-Sinfonieorchesters. Alain Altinoglu. Der 1975 in Paris geborene Dirigent armenischer Abstammung hatte einen markanten Einstand, bestritten mit einer Uraufführung – „Through The Eye of the Pegasus“ von Albert Schnelzer –, mit Paul Hindemiths Weber-Metamorphosen, Schumanns Konzertstück für vier Hörner und Orchester und Maurice Ravels „La Valse“.

Foyer im Mensa-Design

Schnelzer, 1972 in Schweden geboren, hat eine zielgerade rhythmisierte Zeitreise in Sachen Geschichte der Alten Oper geschrieben, mit einigen zitathaften Elementen. Altinoglu hatte hier wie bei den Weber-Variationen alle Fäden sicher in der Hand. Hindemith, den vieles in seiner musikalischen Jugend mit Frankfurt verband, ist ja auch Namensgeber eines der Säle des Hauses.

Nicht so Robert Schumann, dessen Horn-Quartett-Konzert von 1849 vier der HR-Hornisten und das Orchester herrlich vehement hinlegten. Der Gattin Clara ist jetzt die Ehre widerfahren, ihren Namen dem neugestalteten Zwischenfoyer geben zu dürfen. Aus seiner schönen Memphis-Design-Nostalgie ist es in unglaublich ödes bundesrepublikanisches Mensa- und Cafeteria-Design verwandelt worden. Die Decke so niedrig, dass man mit ausgestrecktem Arm die dünne Rigips-Verkleidung abtasten kann. Die Wendeltreppen rechts und links aus dem Parterre sind verschwunden und damit die Öffnung des Raums zum Eingangsfoyer. Eine Glasbrüstung wie eine Sperre lastet jetzt über dem gesamten Eingangsbereich.

Omer Klein und Avi Avital.

Schließlich „La Valse“: sehr gut ausgehört und nicht so sehr als angebliche Drohkulisse kriegerischen Unheils denn als Walzer-Mobile mit dionysischen letzten Zügen.

Das Spätkonzert im Mozart Saal präsentierte danach das Piano-Mandolinen-Duo Omer Klein und Avi Avital. Zwei israelische Musikern um die vierzig, die mit dem ungewöhnlichen Mischtimbre und halb- bis ganzimprovisatorischen Intonationen meist südost- und südwesteuropäischer Basis glänzten.

Höhepunkt war die von der Mandoline gespielte 2. Partita Johann Sebastian Bachs mit Zwischen-Improvisationen des Klaviers. Subtile, reich ausdifferenzierte Gestaltung, die eine größere Beseelung hatte als so manch korrekt abgespieltes Violinvirtuosen-Exerzitium.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare