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Frankfurt

Das Eliot-Quartett in St. Katharinen: Auf mehrere Hände verteilt

  • VonBernhard Uske
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Das Eliot-Quartett spielt Beethoven und Bach in der Katharinenkirche.

Im Jahr 2014 hat sich das Eliot-Quartett in Frankfurt gegründet. Ein mittlerweile preiswürdiges Ensemble mit der Primaria Maryana Osipova sowie Alexander Sachs (Violine), Dimitry Hahalin (Viola) und Michael Preuss (Violoncello). Ihr Name: bezugnehmend auf den Schriftsteller T. S. Eliot und sein spätes Hauptwerk „Four Quartets“. Das sich wiederum auf Beethovens späte Streichquartette bezieht.

Jetzt trat das aus dem Masterstudiengang der hiesigen Musikhochschule hervorgegangene Quartett in der von Michael Graf Münster, dem Kantor von St. Katharinen, kuratierten Konzertreihe „Bach zur Nacht“ auf. Im Sommer ein tageshelles Ereignis in jeweils in zwei Konzertdurchläufen um 19.30 und 21.30 Uhr, dem Infektionsschutz dienend.

„ Bach und Beethoven“ war das Thema, bei dem zwar kein kryptischer und disparater Beethoven seiner letzten Jahre erklang. Wohl aber das erste der Razumovsky-Quartette seines mittleren, in gewaltiger Originalität sich darstellenden Lebens. Der erste Satz zwar nur, der aber in der mitschwingenden evangelischen Hauptkirche Frankfurts als ständig aufquellender Fluss an Varianten eines beherrschenden Themas. Mit Vehemenz und voller Plastizität gespielt von den vier Eliot-Mitgliedern. Vor dem Altar stehend ein wirbelnder Schöpfungsakt des bürgerlichen Subjekts in all seiner selbstdarstellerischen Pracht und Herrlichkeit.

Der Heroe und der Diener

Zuvor war Johann Sebastian Bach Thema gewesen. Nicht der Künstlerheroe, sondern der musikalische Diener der ewigen Dinge, der dies gleich zu Beginn mit einer Quartett-Fassung des Schlusschorals aus der Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ formulierte. Zum Ende der sieben darauffolgenden kammermusikalischen Werke (aus Inventionen, Kunst der Fuge-Contrapunctus, Sinfoniae und Cello- sowie Violinsonate) wurde der Choral nochmals intoniert: die „Zeit ohne Zeit“, wie es in der Kantate heißt, die für Bach wie keinen anderen gilt. Alles in Fassungen, die das oft für einen Solisten Komponierte auf Stimmkombinationen der Streichquartett-Familie übertrug. Dabei die kniffeligen Griffkünste entvirtuosierend und das in einer Hand zu erledigende Spiel auf mehrere Hände übertragend.

Das ergab schönen Sinn, beförderte einen entspannteren Klangfluss und reicherte die Farben an. Das Eliot-Quartett glänzte in unaffektierter, aber bewegter Fasson.

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