The Darkness

The Darkness in der Batschkapp: Die Pose als Kunstform

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Auf den Spuren des Glamrocks und schon ziemlich lässig: The Darkness in der Frankfurter Batschkapp.

An The Darkness ist die Grellheit des Auftritts faszinierend – und erheiternd. Das sind zweifellos legitime Erben des low glam, der prolligen Seite des Glamrocks der siebziger Jahre. Mit ihrer hysterisch aufgeladenen Musik knüpft die Hardrockband aus dem britischen Norfolk an von der Pop-Geschichtsschreibung eher scheel angesehene Bands wie The Sweet und Aerosmith an, auch an die frühen Queen der Phase bis zu „Sheer Heart Attack“.

Reizvolle Momente der Irritation stellen sich immer wieder an diesem Abend in der ansehnlich besuchten Frankfurter Batschkapp zu Beginn des einen oder anderen Stücks ein, weil ein Gitarrenriff so klingt, dass man denken könnte, die Band werde eine Nummer von AC/DC covern. Das tut sie aber nicht. The Darkness sind schwer traditionalistisch orientiert, doch sie machen ihr eigenes Ding. Und auch im zwanzigsten Jahr des Bestehens, 17 Jahre nach dem Erscheinen des millionenfach verkauften Debüts „Permission to Land“, zeigen sie keine ernsthaften Abnutzungserscheinungen. Zunächst spielen sie alle zehn Songs ihres 2019 erschienenen Albums „Easter is Cancelled“ in der originalen Reihenfolge – riffbasiert, melodisch und im Refrain hymnisch. The Darkness sind nicht gerade ein Fall für Metallpuristen.

Nach bewährtem Muster tritt die Band als Quartett an: der die Stimme immer wieder ins Falsett hochschraubende Sänger und Gitarrist Justin Hawkins, dazu sein Bruder Dan an der Gitarre, der Bassist (und Keyboarder) Frankie Poullain, der Schlagzeuger Rufus Taylor. Der Gitarrenroadie macht gelegentlich als Hilfsmusiker im Hintergrund mit, an der akustischen Gitarre oder der elektrifizierenden Ukulele – obwohl er ohnehin schon gut beschäftigt ist. Es dürften um die zwei Dutzend Gitarren sein, die an diesem Abend zum Einsatz kommen. Rufus Taylor ist übrigens der Sohn von Roger Taylor, dem Schlagzeuger von Queen – Glamrock in zweiter Generation.

Nach einem Kostümwechsel – von weiß (bei Justin Hawkins mit weidlichen Einblicken auf den flächendeckend tätowierten Oberkörper – auf schwarz/gold folgen vor allem Oldies aus „Permission to Land“, bis heute das Opus Magnum.

Die Gitarristen Justin und Dan Hawkins, die sich den Leadpart auch im übertragenen Sinne brüderlich teilen, mit dem Rücken zum Publikum und mit hochgereckten Gitarrenhälsen auf dem Podium des Schlagzeugers – das ist ein Bild, das das Programm von The Darkness auf den Punkt bringt. Die Pose als Kunstform. Ohne ironische Distanz zwar, mit schon lässig.

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