Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Daniel Hope. Foto: Ansgar Klostermann/RMF
+
Daniel Hope.

Rheingau Musik Festival

Daniel Hope: Mit vulkanischer Energie

  • VonBernhard Uske
    schließen

Der Geiger Daniel Hope mit Werken der Belle Époque in Wiesbaden.

Musik der Belle Époque – seit der Zeitstrahl des musikalischen Fortschritts im Nebel eines ungewissen Irgendwo verschwunden ist, sind viele Komponisten aus dem Bann, lediglich Vorboten, Geburtsthelfer oder Opponenten einer ästhetischen Zukunft gewesen zu sein, befreit worden. So etwa Edward Elgar oder Fritz Kreisler mit ihren salonhaften Werken, die in Idiomen der Sehnsucht, des Plüschig-Sentimentalen, aber auch des Sinnenreichen, Eleganten und Heimeligen sich zu artikulieren wussten. Eine smart und sublim klingende Lebenswelt, die nicht nach den Sternen greift, aber auch nicht in den Abgrund reicht.

Bei manchem Exponenten avancierter Innovation, Maurice Ravel etwa und Arnold Schönberg, gibt es in deren Frühwerk ebenfalls schön-epochale Habitus. Und so war es beim Rheingau Musik-Gastspiel des Geigers Daniel Hope klug, sowohl den Basken als auch den Österreicher mit entsprechenden Klängen zu präsentieren („Sonate für Violine und Klavier in einem Satz op. Posth.“ sowie „Stück für Violine und Klavier d-Moll“).

Den Programm-Mittelpunkt im Rahmen des Rheingau Musik Festivals im Wiesbadener Kursaal – selber einem architektonischen Manifest der schönen Epoche – bildeten Aperçus von melodisch und agogisch geführten Stimmungen, die sich ohne Bruch, aber auch ohne ornamentale Überladenheit fast bescheiden darstellten. Fritz Kreislers „Liebesleid“ und Edward Elgars „Chanson de Nuit and Chanson de Matin“ sowie „Salut d’Amour“: gerade im Vergleich mit den kolossalen und bombastischen Expressions-Auswüchsen eines Gustav Mahler und Richard Strauss, waren das schlicht sachlich zu nennende Formulierungen emotionalen Haushaltens.

Das Hauptwerk des begeistert aufgenommenen Abends war César Francks Sonate für Violine und Klavier in A-Dur. Des Meisters der schmelzenden Melodien in dichtem und durchaus auch strengem Tonsatz kammermusikalisches Hauptwerk. Hier kam die wohltemperierte Stimmung zum Siedepunkt. Das Klavieristische des Werks entfaltete in der Temponahme Hopes, aber vor allem des bis dahin eher zurückhaltend gebliebenen Simon Crawford-Phillips am Flügel eine vulkanische Energie, die gleichwohl der Strukturdichte des Ganzen verhaftet blieb.

Allerdings kam so das von Franck eigentlich blendend geschaffene Gleichgewicht der beiden Resonanzkörper aus der Balance. Hinreißend war die Vehemenz, aber dem hellen und schlanken Ton der Hopeschen Geige abträglich. Treffliche Zugaben galten George Enescu und Hans Sitt, dem Allesbearbeiter der Zeit und gleichzeitigem Etüdenschöpfer für alle Geigenspieler bis auf den heutigen Tag.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare