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Damon Locks.
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Damon Locks.

Damon Locks

Damon Locks „Now“: Bleibt schön und stark

  • VonStefan Michalzik
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Ornette Coleman trifft Public Enemy: „Now“, das zweite Album von Damon Locks Black Monument Ensemble

Vor zwei Jahren hat der aus Chicago stammende Künstler, Musiker und Aktivist Damon Locks mit „Unlock the Future“, dem Debütalbum seines Black Monument Ensembles, ein grandioses Werk um das Motiv einer schwarzen Selbstbehauptung vorgelegt. Rauschhaft knüpfen Locks und das elfköpfige Ensemble mit dem neuen Album, „Now“, wiederum an den auch politisch intendierten Kollektivgedanken des Free Jazz in den sechziger Jahren an. Wobei Jazz in diesem Falle deckungsgleich mit Pop ist.

„Now“, das definiert Damon Locks als den Moment jetzt gerade – in dem alles möglich ist. Aufgenommen wurde das Album im Sommer vergangenen Jahres unter Abstandsbedingungen, nicht im Studio, sondern im Garten des in Chicago ansässigen Labels International Anthem, einer der Brutstätten der gegenwärtigen Erneuerungsbewegung im Jazz. In den sechs Songs – einer davon dauert sieben, ein anderer zehn Minuten – bringt Locks afrikanisch inspirierte Trommeln, Free-Jazz-Improvisationen und die Stimmen eines sechsköpfigen Chors zusammen. Da treffen sich gleichsam Ornette Coleman und Public Enemy. Oder konkreter die sich wie endlos windenden modalen Improvisationen der Klarinettistin Angel Bat Dawid und die Sampletechnik. Teil der All-Star-Band ist neben Angel Bat Dawid auch der Kornettist Ben LaMar Gay, ein weiterer prominenter Erneuerer des Jazz aus dem Umfeld von International Anthem, in seinem Fall mit Affinität zum Techno.

Das ALbum:

Damon Locks/Black Monument Ensemble: Now. Interbnational Anthem/Indigo.

Gespickt ist das Album mit Sprachsamples aus historischen Reden von Bürgerrechtlern und Protagonisten der Black-Power-Bewegung. Kollektive Improvisation, die an den Free-Jazz-Pionier Sun Ra und sein Arkestra erinnert, kommt in ein und derselben Nummer überein mit dem prototypisch für die Gemeinschaft als Gesellschaftsmodell stehenden Gospelchor.

Wie schon in dem im vergangenen Jahr veröffentlichten mantrischen Song „Stay Beautiful“ und dem wirkungsvoll choreografierten Video dazu geht es auch auf „Now“ um Ermutigung. „Stay Beautiful“ hatte Damon Locks bereits zwei Jahre zuvor geschrieben, dann aber hatte er den Song auf die Pandemie und ihre Folgen für die übermäßig betroffene schwarze Bevölkerung in den USA geprägt. Schön und stark, ruft er den Schwarzen zu, mögen sie bleiben.

Vom „Unrecht der Covid-19-Todesstrafe“, ist im Song „Keep Your Mind Free“ die Rede: Seit Jahren schon unterrichtet Damon Locks Kunst in einem Hochsicherheitsgefängnis in Chicago. Nach dem Ausbruch der Pandemie durften seine Kollegen und er das Gefängnis nicht mehr betreten. Mit seiner Hilfsorganisation hat er begonnen, Desinfektionsmittel und Hygienematerial für die Gefangenen zu sammeln, um sie vor dem Tod zu bewahren. Warum sperrt ihr unsere Leute ein, heißt es weiter in dem Song. Schickt sie in den Zwangsurlaub. „Free them now.“

„Keep Your Mind Free“: Unter diesem Motto stand auch ein Benefizkonzert, das Damon Locks nach dem Tod von George Floyd organisierte. „Wir durchleben gerade eine Zeit“, sagte er in einem Interview, „in der Bürgerrechte zurückgedrängt werden. Es wiederholen sich Dinge, die wir schon überwunden glaubten.“ Beim Black Monument Ensemble handle es sich um eine Art Schwarze Stimme, die Bedenken äußere – zugleich jedoch auch für Freude und Schönheit plädiere.

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