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Die hr-Bigband lädt für ihre neue Reihe Komponistinnen und Arrangeurinnen nach Frankfurt ein. Claudia Döffinger machte den Auftakt. Foto: Dirk Ostermeier/hr
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Die hr-Bigband lädt für ihre neue Reihe Komponistinnen und Arrangeurinnen nach Frankfurt ein. Claudia Döffinger machte den Auftakt.

„hr-Bigband invites ...“

Claudia Döffinger bei der hr-Bigband: Und auch in eine Dose gesprochen

  • vonStefan Michalzik
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Die Komponistin Claudia Döffinger eröffnet die Reihe „hr-Bigband invites ...“

Mit Blick auf die Geschlechterparität verhält es sich bei der festen Besetzung der hr-Bigband wie folgt: 17 Männer, keine Frau. Gerade mal als Zweitbesetzung tauchte zuletzt gelegentlich eine auf. Gleich welche Gründe dahinterstecken mögen, es wirkt vor diesem Hintergrund wie eine zaghafte Geste, wenn in einer neuen Streamingreihe unter dem Signum „hr-Bigband invites...“ nun junge Komponistinnen und Arrangeurinnen ans Dirigierpult eingeladen werden.

Claudia Döffinger, 1989 in Leonberg geboren, lebt nach einem Jazzstudium in Graz heute dort und verfolgt den Ansatz eines „modernisierten“ Bigbandsounds. Die zu Beginn gespielte Komposition „Mumpitz“ ist übersprudelnd funky und stellt eine ganze Reihe von Solisten in rascher Folge kurz heraus; prägend sind über die Congaperkussion des Gastsolisten Samuel Wootton hinaus der elektrifizierte Bass von Hans Glawischnig und das Fender-Rhodes-Piano von Sebastian Scobel. Bei den Arrangements von Standards, die sie in ihrem Repertoire führt, hat Döffinger nicht immer eine besonders glückliche Hand, besonders was den Gesangspart anlangt. Friederike Merz mit ihrer weichen Altstimme ist, so zumindest der Eindruck an diesem Abend, eine Sängerin, die eher popnah phrasiert und nicht gerade in die Extreme geht.

„The Lady is a Tramp“ von Rogers/Hart, im Ohr besonders in der swingenden Fassung von Frank Sinatra, beginnt in Döffingers Überschreibung als verträumte Ballade, später wird eine halbe Strophe frequenzbeschneidend in eine Dose gesprochen, dann geht es über eine locker swingende Passage auf einen forciert turbogetriebenen Schluss zu. Das wirkt arg erzwungen. Ansehnlich in ihrem freien Fluss dagegen die Anverwandlung des Titelstücks „Pretzel Logic“ aus dem 1974 erschienenen Album der jazzaffinen Popband Steely Dan.

„Canzoncina“ mit Flügelhorn

Was Claudia Döffinger tatsächlich kann, zeigt sich in den eigenen Kompositionen. Sehr eindrücklich besonders in dem gedämpft-stimmungsvollen, choralhaften „Canzoncina“ mit Martin Auer am Flügelhorn oder auch dem 2017 mit dem Downbeat Student Music Award in der Kategorie Originalkomposition für großes Ensemble ausgezeichnete „White Note Exorzist“. Da ist eine vielversprechende Musikerin zu erkennen.

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