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Schloss Johannisberg

Christian Tetzlaff und Lars Vogt beim Rheingau Musik Festival: Dreimal aufs Ganze, nein, viermal

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Christian Tetzlaff und Lars Vogt im Kubus des Rheingau Musik Festivals.

Unter den Fingern von Christian Tetzlaff und Lars Vogt entwickelt Musik sich insgesamt so aufregend, dass man zittrig wird und eine Programmabfolge aus einem Beethoven-, einem Schostakowitsch- und einem Schubert-Werk besser versteht als je zuvor. Was vielleicht auch der Situation geschuldet ist, kompakte pausenlose Abende zusammenzustellen, wird jetzt im temporären Konzert-Kubus des Rheingau Musik Festivals auf Schloss Johannisberg zu einem zwingenden Ereignis. Der leicht wirkende Bau, der schon alleine durch seine Größe selbstverständlich überhaupt nicht leicht ist (eindrucksvolle Zahlen dazu laufen vorab in einem Video), trägt dazu bei durch seine extrem feine Akustik. Sie hat freilich zur Folge, dass auch jedes Geplapper, Gehüstel und Stühle-rücken zu hören ist. Man fühlt sich so angenehm privat im lockeren Schachbrettmuster, aber, verehrte Damen und Herren dort hinten, man ist es nicht.

Der Geiger Tetzlaff und der Pianist Vogt gehen dreimal aufs Ganze. Beethoven: Die Sonate für Klavier und Violine Nr. 6 A-Dur op. 30,1 verbindet in ihrem Spiel aufs Spektakulärste das Perfekte mit dem anscheinend Spontanen. Es ist wie eine Session, wie Erfindungen des Moments, aber es bleiben Erfindungen von Ludwig van Beethoven, geniale.

Schostakowitsch: Die Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 134 setzt das praktisch fort, moderner als der Tetzlaff-Vogt-Beethoven kann es kaum klingen. Aber dass das noch freier wird, harmonisch und rhythmisch, machen sich die beiden natürlich zunutze. Dmitri Schostakowitsch gibt ihnen sowohl Gelegenheit zu ungewöhnlichen Verfolgungsszenen wie auch zu einem krass expressiven Nebeneinander. Die Art, wie Tetzlaff mit feinsinnigem Schönklang und Vogt durchaus mit Pranke dabei insgeheim stets verbunden bleiben, ist hundertmal schöner anzuschauen als manche ostentative Zweisamkeit.

Schubert: Das Rondo h-Moll D 895 klingt nach der schwer und ernst nachklingenden Schostakowitsch-Sonate keineswegs unerheblich. Auch dies: enorm.

Die Beethoven-Zugabe lässt der beiläufigen Virtuosität beider Solisten noch einmal Raum, so dass sie nun also bereits viermal aufs Ganze gehen. Danach ist aber Schluss, obwohl das Publikum noch lange trampelt. Auch das klingt in einem Holzbau super.

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