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Chris Eckman

Chris Eckman im Nachtleben: Manchmal auch oben im Himmel

  • VonStefan Michalzik
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Der Singer-Songwriter Chris Eckman im Frankfurter Nachtleben.

Chris Eckman ist eine der vielseitig orientierten Musikerpersönlichkeiten, wie es sie heute nicht selten gibt. In die Popgeschichte eingeschrieben hat er sich vor allem mit der Band The Walkabouts, die er Mitte der achtziger Jahre zusammen mit seiner damals auch privaten Partnerin, der Sängerin Carla Torgerson in Seattle gegründet hat. Von Seattle aus sollte ein paar Jahre später der Grunge in die Welt gehen, die Walkabouts aber waren lange Zeit die einzige Non-Grunge-Band auf Sub Pop, dem Label, das Nirvana entdeckt hatte. Sie besannen sich von der Indie-Warte aus auf Countryrock und Folk und gehörten damit zu den Propheten dessen, was später Americana heißen sollte.

Parallel zur Existenz der Walkabouts hat sich Eckman in wechselnden musikalischen Partnerschaften mit Krautrock, Fado und Electronica beschäftigt und mit Musikern vom Balkan – seit längerer Zeit lebt er in Ljubljana – sowie aus Mali zusammengearbeitet... und etliches mehr.

Sich selbst treu geblieben

Was seine Soloalben anbelangt, ist der heute 61-Jährige seinem Stammterrain treu geblieben. Vor ein paar Monaten ist sein fünftes Album herausgekommen, „Where the Spirit Rests“, nun hat er im Frankfurter Nachtleben gastiert.

Zuerst steht er für ein paar Songs allein auf der Bühne, nur Stimme und akustische Gitarre. Dann kommt die Band hinzu, zwei großartige Musiker, Žiga Golob am Kontrabass und Blaž Celarec am Schlagzeug. Und für das letzte Drittel des Konzerts dann wechselt Chris Eckman an die elektrische Gitarre: Die Dramaturgie ist eine ganz klassische der allmählichen Steigerung. Zunächst atmosphäreschwangerer Songwriterpop, mit sanften Tupfern an Bass und Schlagzeug. Da schlägt etwa Golob mal die Saiten mit einem Klöppel an oder Celarec streicht die Kante eines Beckens. Bald aber folgen Nummern, die als veritable Rocksongs inszeniert sind, mit zunehmender Klangfülle.

Die neuen Songs fallen im Repertoire sozusagen nicht besonders auf. „Where the Spirit Rests“ ist ein hinreißendes Album. Es ist also kein Schaden, dass die Musik nicht sonderlich anders klingt wie auf „The Black Field“ (2004), dem zweiten Solowerk. Ein Song stammt aus dem Album „The Last Side Of the Mountain“, für das Eckman Gedichte des 2005 verstorbenen slowenischen Poeten Dane Zajc ins Englische übertragen hat. Die einzige Coverversion, Jonathan Richmans „Up In the Sky Sometime“, trägt Eckman sehr eckmansch in der charakteristisch sanft-rauen Färbung vor, die an Leonard Cohen erinnert wie auch an Eckmans erklärtes Vorbild Townes Van Zandt. Der Song, wie auch das ganze Frankfurter Konzert läuft, auch das typisch, in einer lärmend crescendierenden E-Gitarre aus.

Die Themenwelt, die uramerikanisch anmutet und – Stichwort Verlorenheit – zugleich allgemeinmenschlich existenzielle Dinge spiegelt, ist gleich geblieben in immer neuen Variationen. Es macht einen großen Songwriter aus, dass dies über Jahrzehnte hinweg ganz und gar nicht stereotyp wirkt.

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