Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Chick Corea, legendärer Jazz-Pianist bei einem Auftritt in Kolumbien.
+
Chick Corea, legendärer Jazz-Pianist bei einem Auftritt in Kolumbien (Archivbild).

Tod einer Legende

Jazz-Pionier Chick Corea stirbt mit 79 Jahren – und hinterlässt eine Botschaft

Mit 79 Jahren ist der US-Jazz-Pionier Chick Corea an einer seltenen Krebs-Erkrankung verstorben. Der 23-fache Grammy-Gewinner hinterlässt auche eine Botschaft an die Nachwelt.

New York – Seine Finger schwebten über die Tasten, an seine Konzerte hängte er manchmal noch mehrstündige Soli dran. Nun starb der große US-Jazzpianist Chick Corea. Der 23-fache Grammy-Gewinner sei bereits am Dienstag (09.02.2021) mit 79 Jahren an einer seltenen Krebs-Erkrankung gestorben, wurde am Donnerstag (11.02.2021) auf Coreas offizieller Facebook-Seite sowie seiner Webseite mitgeteilt. Auch der US-Radiosender NPR berichtete unter Berufung auf eine Quelle in Coreas Produktionsfirma.

„Er war ein geliebter Ehemann, Vater und Großvater und für so viele ein großartiger Mentor und Freund. Durch seine Arbeit und die Jahrzehnte, die er damit verbracht hat, die Welt zu bereisen, hat er das Leben von Millionen Menschen berührt und inspiriert“, hieß es über den Mann, der in den Ensembles von Miles Davis am elektrischen Piano ab Ende der 60-er die Tür für die Ära der Fusion aus Jazz und Rock öffnete. Trotz allem blieb Corea aber auch immer dem Akustik-Klavier verbunden.

Letzte Botschaft von Chick Corea: Jazz-Legende über den Reichtum seines Lebens

In der Stellungnahme wurde auch eine letzte Botschaft Coreas übermittelt: Die Welt brauche mehr Künstler, wurde er darin zitiert. Er dankte seinen Weggefährten. Und weiter: „Meine Mission war es immer, die Freude am Gestalten zu bringen, wo immer ich konnte, und dies mit all den Künstlern zu tun, die ich so sehr bewundere - das war der Reichtum meines Lebens.“

Nachdem der als Armando Anthony Corea geborene Sohn eines Trompeters und Bassisten bereits mit vier Jahren am Klavier gesessen und früh Unterricht genossen hatte, spielte er in jungen Jahren mit Saxofonlegende Stan Getz und Dizzy Gillespie zusammen. Beeinflusst wurde er sowohl von Herbie Hancock und Thelonious Monk als auch von lateinamerikanischen Rhythmen. Star-Trompeter Davis erkannte Coreas Talent und nahm ihn statt Hancock mit auf Tour - mit dem Corea später allerdings auch noch auf eine Welttournee gehen sollte.

Jazz-Pianist Chick Corea: Über 100 veröffentlichte Alben

Als seien all diese Namen nicht genug, begann Corea musikalisch auch Ausflüge in andere Genres, etwa im brasilianisch angehauchten Album „Light as a Feather“, auf dem er mit „500 Miles High“ und „Spain“ brillierte. Ob mit E-Gitarrist Bill Connors, Flamenco-Klängen im Album „My Spanish Heart“ oder seinem rockigen Elektro-Jazz der 80er und 90er Jahre: Während Coreas Finger über die Tasten schwebten, verwandelte sich sein Jazz in ein musikalisches Kaleidoskop. Nicht umsonst taufte er sein 1992 gegründetes Label „Stretch Records“, das Grenzen dehnen und Kreativität anstelle von Genres stellen sollte.

Publikum wie Kritiker faszinierte, dass dem Lockenkopf selbst die vielseitige und wandelbare Musikrichtung des Jazz offenbar nicht genug Raum ließ. Hinzu kam eine unverkennbare Liebe zum Spiel über fünf Jahrzehnte, in denen Corea als Bandleader und Solist mehr als 100 Alben veröffentlichte. Wie verbunden er der Musik war, zeigte sich schon daran, dass er nach einem gelungenen Konzert oft stundenlang allein weiterspielte, anstatt sich an einer Bar unters Volk zu mischen.

Den gern kolportierten Gegensatz von klassischer Musik und Jazz verkehrte Corea mit seinem Spiel oft ins Gegenteil, etwa mit seinem Album „The Mozart Sessions“, das er mit Bobby McFerrin und dem Saint Paul Chamber Orchestra aus Minnesota aufnahm. Unvergessen dürfte die Aufführung seines zweiten Klavierkonzerts „The Continents“ im Wiener Mozartjahr 2006 bleiben. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare