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Candy Dulfer in Wiesbaden.
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Candy Dulfer in Wiesbaden.

Rheingau Musik Festival

Candy Dulfer: Jetzt nur noch besser

  • VonMarcus Hladek
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Candy Dulfer & Band beim Strandkorb Open-Air in Wiesbaden.

Iam Candy.“ – „Of course you are.“ So begann mitnichten der lebenslustige, Mut machende Konzertabend der niederländischen Saxophonistin Candy Dulfer beim Rheingau-Musik-Festival in der Wiesbadener Brita-Arena. So bietet sich, im Film „Highlander“, vielmehr ein leichtes Mädchen dem skythischen Filmbösewicht Kurgan zum Konsum an, der sich die „Süßigkeit“ prompt zu Gemüte führt.

Da Candy Dulfer, inzwischen 52, ihr Debütalbum vor gut 30 Jahren „Saxuality“ nannte, auch ihr Auftritt am Tag nach Wiesbaden in St. Moritz als „Sax on Top of the World“ angekündigt war und keinem Geringeren als Prince der Satz „When I Need Sax, I Call Candy“ zugeschrieben wird, sei es trotzdem erwähnt. Sax sells im Konzertleben, und wenn Candy Dulfer das Saxuelle recht ist, darf es uns an dieser Stelle billig sein.

Neu und glühend

Wie in St. Moritz hatte Dulfer als Backup-Sänger Ivan Peroti (auch Liedtexte) und Camilo Rodriguez dabei sowie Roger Happel (Keys), somit dürfte die Setlist auch beim Rest der Band (Ulco Bed an der E-Gitarre, Xander Buevolt Bass, Kick Woudstra Drums, Henne Reijs Keys) übereinstimmen. Nicht alle Ansagen waren freilich gut zu hören und die Masse des Gespielten nach eineinhalb Jahren Homeoffice mit viel Zeit zum Komponieren noch so neu und glühend, dass selbst manche Liedtitel nicht gut rüberkamen. Macht nichts, denn was Dulfer & Band da in sechs Meter Höhe mit dem Saxophon „on top of the world“ in die Welt klampften, klimperten, schlugen und bliesen, hatte eine stilistische Einheit, die zuviel Differenzieren überflüssig macht.

Dulfer bläst und singt, doch wie schon Marsyas und Apollon wussten, geht beides schlecht zugleich. Auch darum zählten Instrumentals und textarme Stücke zum Set, ganz abgesehen von der sanglichen Verstärkung. Die Veranstalter hatten unwiderstehlich heißen, energiegeladenen und lässigen Funk-Groove angekündigt, was Dulfer in ihren zehn Titeln plus Zugabe (darunter „Deeper“, „We Never Stop“ und „Pick Up the Pieces“) einlöste. Eine Menge Soul etwa im Stevie-Wonder-Stil und Motown-Sound waren auch mit dabei, der Rhythmus: übermächtig.

Vieles geschah chorisch, und wenn Camilo Rodriguez früher teils als Verstärkung für Ivan Peroti gehandelt wurde, so rahmten beide Dulfer nun gleichauf ein, als wolle die Band das per Ansage ausgerufene „Aufstehen gegen Unrecht“ auch im Innern in vokal-soziale Aufstiegsmobilität umsetzen. Das mögen Feinheiten sein, aber sie passen zum traditionellen Bild der Niederlande als offene Gesellschaft, das Candy Dulfer mit in die Welt trägt.

Als global auftretende Instrumentalistin statt „nur“ Sängerin ist sie ohnehin etwas Besonderes, zumal außer Prince auch Dave Stewart, Van Morrison, Lionel Richie, Aretha Franklin und Pink Floyd sie als Begleitmusikerin einsetzten. Sie und die Band waren sich nicht zu schade, dem wimmelnden Konzertvölkchen da unten in seinen bunten Häuschen mit Stimmungsmache und der armschwenkenden Aufforderung zum Mitdudeln zu kommen, ganz besonders in „We Never Stop“. Soviel Optimismus und Fröhlichkeit waren post-Covid sehr willkommen. Denn wie sagte Candy so schön und holprig: „Wir müssen wieder da hin, wo wir waren, aber nur noch besser. Es wird nicht einfach sein.“

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